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EURUSD Analyse: Reichen die Konjunkturmaßnahmen?

June 10, 2020 13:00
  • EUR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Autoren: Winfried Veeh und Jens Chrzanowski

EURUSD Analyse 10-06-2020

Nachdem die EZB in der letzten Woche die Geldschleusen weiter geöffnet hat und die Bundesregierung auch ihr steuerpolitisches Maßnahmenbündel verkündet hat, konnte der EUR weiter zulegen. Die Feinplanung wird aber zeigen, wie nachhaltig die Maßnahmen sind und ob diese die Verbraucher ansprechen. Vom Lockdown ist besonders die Gastronomie betroffen. In einigen Regionen Deutschland wird gemunkelt, dass bereits 35% der Betriebe aufgegeben haben, bzw. aufgeben werden. Die Betriebe, die jetzt geöffnet haben, müssen strenge Hygieneregeln beachten, sodass es für diese wirtschaftlich nicht wirklich lohnt den Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten.
Am Mittwoch tagt die FED erneut. Nachdem die US-Regierung bereits einige Billionen Konjunkturprogramme geschnürt hat, könnte die FED bei der nächsten Sitzung noch einmal nachlegen. Das ist zumindest die Hoffnung vieler Anleger. Auf der anderen Seite ist die wirtschaftliche Entwicklung in den USA desaströs. Das betrifft die Arbeitslosigkeit und auch die wirtschaftliche Entwicklung. Die Anleger hoffen auf eine steile Aufwärtsbewegung nach dem starken Abschwung. Ob sich dies so einstellen wird, muss abgewartet werden. Zum einen ist die Zahl der Neuinfektionen nach wie vor hoch, zum anderen drängt die US-Administration die Bundesstaaten den Normalbetrieb wiederherzustellen, primär im Hinblick auf die Wahlen im November. In unseren Augen ist und bleibt die USA das Land, das am härtesten von der Pandemie betroffen ist und auch bleibt.

EURUSD-Rückblick (03.06.2020 - 09.06.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1204 und damit gut 250 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar formatierte am frühen Nachmittag bereits das Tief im Betrachtungszeitraum. Von hier aus ging es dann an die 1,1250, von wo es wieder zurück an die 1,1200 ging. Am Donnerstagnachmittag kam es dann zu einer dynamischen Impulsbewegung, die den EUR bis an die 1,1350 brachte. Das Währungspaar konnte sich hier zunächst festsetzen, und sogar bis an die 1,1384 laufen, von wo es am Freitagvormittag wieder an und unter die 1,1300 ging. Der EUR schaffte es auch nicht, einen Wochenschluss über diesem Level zu formatieren. Es ging dann zu Wochenbeginn zunächst in einer engen Box seitwärts. Erst am Dienstag stellte sich etwas mehr Vola ein, die den EUR dann am Abend wieder über die 1,1350 brachte.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt erneut deutlich über dem Level der Vorperiode. Der EUR konnte sich in den letzten 15 Handelstagen weiter erholen. Auch das Wochentief wurde deutlich über dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraums formatiert. Zwar wurde kein Wochenschluss über der 1,1300 formatiert, dennoch lag dieser über der Vorwoche. Die Range war etwas kleiner als in der Vorperiode, lag aber über dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1318/20 weiter an unsere nächste Anlaufmarke bei maximal 1,1330/32 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das maximale Anlaufziel wurde deutlich überschritten, das Setup hat damit nicht gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1200 unter unsere nächste Anlaufmarke bei 1,1189/87. Damit hat das Setup nicht gepasst.

  • Hoch*: 1,1384 Vorperiode: 1,1196
  • Tief*: 1,1184 Vorperiode: 1,0934
  • Wochenschluss: 1,1291 (1,1113)
  • Range*: 200 Pips Vorperiode: 262 Pips

* Betrachtungszeitraum 03.05.2020 – 09.06.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1370....1,1417/52...1,1508
  • Euro-US: 1,1332....1,1289/11.....1,1131.....1,1090/50.....1,0926.....1,0854/13....1,0777/024

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

I-Day-Marke 1.1369 und 1.1190

Tagesschlussmarken 1.1451 und 1.1090

Boxbereich 1.2555 bis 1.0504

Range 1.3479 bis 0.9631

um EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Der EUR hat sich über die SMA20 (aktuell bei 1,1307) schieben und etablieren können. Damit hat er bereits vor einigen Handelstagen die Grundlage für weitere Kursgewinne gelegt. Er ist in den letzten Handelstagen an dieser Linie aufwärtsgelaufen. Wichtig bei dieser Bewegung war auch, dass sich der EUR über die SMA200 im Daily (aktuell bei 1,1013) schieben und etablieren konnte. Damit hat sich das Chartbild wieder aufgehellt und der EUR hat jetzt die Chance weiter zu steigen. Der EUR hat sich im Zuge der Aufwärtsbewegung der letzten Handelstage bis an die SMA200 im Weekly (aktuell bei 1,1339) schieben können. Dieses Level hat eine zentrale Bedeutung. Der EUR ist in den vergangenen Handelsmonaten des Öfteren von unten an diese Marke gelaufen, konnte sich aber nie verbindlich über diese Durchschnittslinie schieben. Im Weekly ist das Chartmuster gut erkennbar.

Somit könnte die Aufwärtsbewegung der letzten drei Handelswochen in diesem Bereich auslaufen. Sollte es der EUR aber schaffen, einen Wochenschluss über diesem Level zu formatieren, so wäre der Weg an die 1,1500/50 und dann übergeordnet an die 1,1700/30 bzw. an die 1,2050 frei.

Dieses Szenario ist so lange gültig wie der EUR über der SMA20 notiert. Geht es aber wieder unter diese Durchschnittslinie und etabliert sich der EUR darunter (zwei rote Kerzen hintereinander), so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die bis an die SMA50 (aktuell bei 1,1230) Darunter würde sich das Chartbild wieder eintrüben und ein Erreichen der übergeordneten Marken wäre kurzfristig wenig wahrscheinlich.

Fazit: Der EUR hat jetzt die Möglichkeit weiter zu steigen. Luft wäre aktuell theoretisch bis in den Bereich der 1,1500/50. Voraussetzung für dieses Anlaufziel wäre aber ein Wochenschluss über der 1,1340. Rücksetzer könnten an die SMA20 und dann an die SMA50 gehen. Darunter würde sich das Chartbild wieder eintrüben.

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen, sich im Bereich der 1,1350 zu halten und zu etablieren. Sollte dies gelingen, so könnte er versuchen, unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1358/60, bei 1,1367/69, bei 1,1375/77, bei 1,385/87 und dann bei 1,1396/98 bzw. bei 1,1402/04 zu erreichen. Kann er sich über die 1,1402/04 schieben, so könnte er dann versuchen unsere Anlaufziele bei 1,1411/13, bei 1,1419/21, bei 1,1428/30, bei 1,1441/43, bei 1,1449/51 bzw. bei 1,1455/57 zu erreichen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so wären unsere Anlaufziele dann bei 1,1463/65, bei 1,1473/75, bei 1,1483/85, bei 1,1491/93 und dann bei 1,1501/03 zu finden. Bei ausgeprägter Aufwärtsdynamik wäre auch ein Erreichen unserer Anlaufziele bei 1,1509/11, bei 1,1518/20, bei 1,1529/31, bei 1,1539/41 und dann bei 1,1548/50 bzw. bei 1,1555/57 denkbar.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,1350 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst an unsere Anlaufziele bei 1,1346/44 bzw. bei 1,1335/33 gehen. Setzt der EUR bis an die 1,1335/33 zurück, so hätte er hier vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese nicht, so könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1328/26, bei 1,1320/18, bei 1,1311/09, bei 1,1304/02, bei 1,1295/93, bei 1,1288/86 und dann bei 1,1277/75 zu finden. Unter der 1,1277/75 wären unsere Anlaufziele dann die 1,1271/69, die 1,1263/61, die 1,1252/50, die 1,1244/42, und dann die 1,1235/33. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufmarken wären dann die 1,1225/23, die 1,1218/16, die 1,1210/08, die 1,1204/02, die 1,1196/94, die 1,1185/83 und dann die 1,1177/75.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts / aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 11.06.2020: USA – Erstanträge Arbeitslosenholfe
  • 16.06.2020: EUR – ZEW Konjunkturerwartung
  • 16.06.2020: USA – Einzelhandelsumsätze
  • 17.06.2020: EUR – Verbraucherpreisindex


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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