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ETF kaufen - darauf müssen Sie 2020 achten

Lesezeit: 21 Minuten

ETF kaufen - darauf müssen Sie 2020 achten

ETFs sind seit einigen Jahren in aller Munde. Sie gelten als kleinanlegerfreundlich, transparent und kostengünstig. Das Angebot ist groß.

Was aber sind ETFs überhaupt? Und welchen Einfluss hatte der Einbruch der Märkte in Folge der Corona Krise? Doch bevor die Frage "Welche ETFs kaufen?" ausführlich beantwortet werden kann, gilt es, die Grundlagen von ETFs zu verstehen. Genau damit fangen wir jetzt an.

Was ist ein ETF?

Ein ETF ist ein börsengehandelter Investment-Fonds (oder englisch: Exchange Traded Fund). Was aber ist ein Fonds? Und, Zusatzfrage, warum sollte jemand ETF kaufen wollen?

Ein Fonds ist ein Geldmittelbestand, der individuelles Anlegerkapital zusammenfasst. Der Fonds ist einem bestimmten Zweck gewidmet.

Wenn Sie einen ETF kaufen, kaufen Sie Fondsanteile, die wie Aktien an der Börse gehandelt werden.

Man kann sagen, dass ETFs die Vorteile von Fonds und Aktien in sich vereinen. Zunächst einmal ist die Risikostreuung durch die Diversifizierung hervorragend. Zusätzlich sind die Anlegergelder als Sondervermögen geschützt, da die Fondsmittel getrennt sind vom Vermögen der Investmentgesellschaft, die den ETF herausgibt (emittiert).

Vorteile beim ETF kaufen

Quelle: Admiral Markets Illustration

Außerdem findet sich in aller Regel stets ein Käufer oder Verkäufer, der bereit ist, zu transparenten Preisen zu handeln. Der Markt für ETFs ist also sehr liquide. Und ganz gleich, ob Sie ETFs kaufen oder verkaufen, die Transaktionen finden an regulierten Börsen statt.

Was ist jetzt aber Gegenstand von ETFs? Zwar gibt es inzwischen auch aktiv gemanagte Fonds, die an Börsen gehandelt werden. Aber in aller Regel wird „ETF" synonym mit „Indexfonds" verwendet.

Ein Indexfonds ist ein Investmentfonds, der einen bestimmten Börsenindex abbildet. Neben Aktien kann es sich dabei auch um Renten-, Rohstoff-, oder Geldmarktindizes handeln.

Für die Abbildung eines Index im ETF gibt es zwei Methoden: Physisch und synthetisch. Beiden Replikationsmethoden gemein ist das Ziel, den jeweiligen Index immer möglichst genau und zu den geringstmöglichen Kosten nachzubilden.

Gerade darin liegt einer der entscheidenden Vorteile von ETFs im Vergleich zu anderen Fonds: Durch die automatisierte Index-Replikation ist kein kostspieliges, aktives Management des Fonds notwendig. Das kommt den Anlegern zugute.

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Physische Replikation

Die physische Abbildung (oder „Replikation") teilt sich nochmal auf in die vollständige Replikation und das sogenannte Sampling.

Die vollständige Replikation ist der Standardfall und auch am einfachsten zu verstehen. Dabei wird der zugrunde liegende Index 1:1 nachgebildet. Das heißt, die Fondsgesellschaft kauft tatsächlich Aktien von jedem Unternehmen, das in dem jeweiligen Index vertreten ist.

Jeder Index-Titel (Aktie) hat zur Berechnung des Index ein bestimmtes Gewicht in Abhängigkeit von der Marktkapitalisierung der Aktien, die sich im Streubesitz befinden, die also frei handelbar sind. Das Ziel der Gewichtung ist, die einzelnen Unternehmen in einem Index gemäß ihrer Bedeutung zu berücksichtigen. Diese Rangfolge wird auch im ETF beibehalten.

Ein Beispiel: Im deutschen Leitindex DAX sind insgesamt 30 Titel vertreten. Stand 23. März 2020 hat das Chemieunternehmen Covestro ein Gewicht von 0,59 %, der Softwareanbieter SAP aber von 11,26 %. Wenn Sie nun einen ETF kaufen, der den DAX vollständig abbildet, sind die Aktien von Covestro und SAP zu diesen Prozentsätzen im Fonds-Portfolio enthalten.

Einen ETF mit der Methode der vollständigen Replikation zusammenzustellen, ist gut möglich, solange der betreffende Index eine überschaubare Anzahl von Einzelwerten enthält. Was aber, wenn das nicht der Fall ist?

Dann kommt das sogenannte Sampling, auch Teilreplikation genannt, zum Einsatz. Dabei wird nur ein möglichst repräsentatives Muster (englisch: sample) oder Korb von Aktien aus einem Index gekauft. Das macht dort am meisten Sinn, wo der zugrunde liegende Index sehr viele Einzelwerte umfasst.

Der MSCI World beinhaltet zum Beispiel über 1600 Aktien, der MSCI Emerging Markets circa 1,400. Einige davon besitzen aber ein so geringes Index-Gewicht (zum Beispiel nur 0,00x%), dass eine Preisänderung dieses Wertes keinen signifikanten Einfluss auf den Index hat. Solche Werte werden dann beim Sampling nicht in das Fondsvermögen mit aufgenommen, weil das Kosten spart.

Synthetische Replikation

Die zweite Art, einen Index nachzubilden, die synthetische Replikation, ist etwas schwieriger zu verstehen. Hierbei liegen dem ETF nicht die physischen Werte des Index zugrunde, es werden also keine Index-Wertpapiere gekauft. Vielmehr wird der Index mit Hilfe von Derivaten, also abgeleiteten Wertpapieren, nachgebildet.

Das können Optionen, Termingeschäfte oder Tauschgeschäfte (englisch: Swaps) sein. Swaps, also eine Vereinbarung darüber, in der Zukunft bestimmte Zahlungsströme auszutauschen, sind bei der synthetischen Replikation der Regelfall.

Dabei geht die ETF-Gesellschaft ein Tauschgeschäft mit einem Partner ein, häufig einer Großbank, die die Mutter der Fondsgesellschaft ist. Gegen eine Gebühr (erster Zahlungsstrom) zahlt der Swap-Partner die Rendite des jeweiligen Index aus (zweiter Zahlungsstrom).

Warum macht man das? Synthetisch replizierende ETFs haben in bestimmten Situationen Vorteile. Hauptsächlich geht es darum, dass Investoren in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu geringen Kosten investieren können.

Häufig ist zu lesen, dass man mit Swap ETFs wegen des bestehenden Kontrahentenrisikos vorsichtig sein sollte. Was bedeutet das? Der ETF ist darauf angewiesen, dass die Partnerbank (der „Kontrahent") ihren Verpflichtungen der Fondsgesellschaft gegenüber, insbesondere Verbindlichkeiten, auch tatsächlich nachkommt. Wird die Bank insolvent, kann der ETF unter Umständen auf seinen Forderungen sitzen bleiben.

In der Praxis ist dieses Kontrahentenrisiko allerdings überschaubar und sollte nicht als alleiniges Kriterium dafür, ob Sie einen synthetisch replizierenden ETF kaufen oder nicht, herangezogen werden.

Erstens begrenzen EU-Regulierungen das Risiko, da der Wert des Tauschgeschäfts höchstens zehn Prozent des Fondsvermögens betragen darf. Außerdem sind regelmäßig auch Zusatzvereinbarungen zur Besicherung des Swaps getroffen.

Zwischenfazit

Ob physisch oder synthetisch replizierend, diese Vorteile haben alle ETFs:

  • Hervorragende Risikostreuung durch Diversifikation
  • Transparente Preisbildung
  • Liquide Märkte
  • Kostengünstig, da kein aktives Management notwendig.

In Anbetracht der zahlreichen Vorteile, die ETFs bieten, überrascht deren zunehmende Popularität nicht. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Summe des von ETFs verwalteten Kapitals weltweit.

Entwicklung des beim ETF kaufen eingesetzten Kapitals

Quelle: Statista

Allerdings bringen ETFs auch Nachteile mit sich:

  • Kontrahentenrisiko von Swap ETFs
  • Bisweilen unklare Kostenstruktur bei Swap ETFs
  • Mögliche Zusatzkosten und Risiken, wenn physische replizierende ETFs verliehen werden

Wie kann ich einen ETF kaufen?

Um ETFs kaufen zu können, brauchen Sie eigentlich nur Geld und ein Depot bei einem Online Broker. Das geht zum Beispiel mit dem Invest.MT5 Konto von Admiral Markets.

Da die Anteile an einem ETF wie Aktien an der Börse gehandelt werden, läuft der Kauf eines ETFs im Prinzip genauso ab wie der Aktienkauf.

Am Anfang kann allerdings die in dem obigen Diagramm dargestellte Erfolgsgeschichte der ETFs eine nicht zu unterschätzende Hürde bedeuten. Die Auswahl ist nämlich riesig, und welchen ETF man kaufen sollte, ist nicht so leicht zu beantworten. Hilfestellung zu diesem Themenkomplex gibt es weiter unten im Artikel.

Zu erwähnen ist noch, dass Sie allgemein auf drei verschiedenen Wegen in ETF Anteile investieren können:

  1. Anlage eines festen Geldbetrags
  2. ETF Sparplan, in den Sie jeden Monat einen bestimmten Betrag einzahlen
  3. Eine Kombination aus beidem

Welches der richtige Weg ist, hängt im Wesentlichen von Ihrer persönlichen Situation ab. Falls Sie einen ansehnlichen Betrag zur freien Verfügung haben und der Einstiegszeitpunkt klug gewählt ist, kann die Einmalinvestition gute Renditen bringen.

Ein Vorteil der monatlichen Einzahlung ist, bei hoher Volatilität auf den Märkten den Durchschnittskosteneffekt (in Abschwüngen günstiger einkaufen) nutzen zu können.

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Welche Kosten fallen an, wenn ich ETF kaufen möchte?

Wenn Sie einen ETF kaufen wollen, können Kosten verschiedener Art anfallen. Die Bandbreite im Vergleich unterschiedlicher ETFs kann dabei beachtlich sein. Bevor Sie investieren, lohnt es sich also, genauer hinzuschauen.

Eine Herangehensweise ist die Einteilung in einmalige und fortlaufende Kosten. Zu den Einmalkosten können Ausgabe- oder Rücknahme-Aufschläge gehören, die beim Kauf beziehungsweise Verkauf von ETF Anteilen entstehen.

Sehr häufig werden diese allerdings nicht erhoben, wenn Sie einen ETF kaufen. Und falls doch, sind sie in der Regel deutlich niedriger als bei einem klassischen Investmentfonds.

Die laufenden Kosten können auch nach der Art ihrer Verwendung eingeteilt werden: Depot-, Handels- und Verwaltungskosten. Diese wollen wir im Folgenden näher beleuchten.

Depotkosten

Wie bereits erwähnt, können Sie nur ETFs handeln, wenn Sie ein Depot (idealerweise bei einem Onlinebroker) führen. Dafür können je nach Anbieter entweder pauschale Kosten für einen bestimmten Zeitraum oder variable Beträge, geknüpft an die Höhe des investierten Kapitals, anfallen.

Einige Onlinebroker, wie zum Beispiel Admiral Markets, bieten Anlegern allerdings auch kostenlose Depotkonten an. Lediglich im Fall der Inaktivität fällt eine monatliche Gebühr an.

Handelskosten

Dabei geht es um Transaktionskosten, die jedes Mal fällig werden, wenn sie ETFs kaufen. Dazu gehört in erster Linie der Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs zum Zeitpunkt der Transaktion. Die Differenz ist der sogenannte Spread, der vom Anleger zu zahlen ist. Achten Sie also auf einen möglichst niedrigen Spread.

Und machen Sie sich auch bewusst, dass in Zeiten extremer Volatilität, wie beim Börsencrash 2020 im Rahmen der Corona Krise, Spreads größer als gewöhnlich ausfallen können. Das unterliegt dann allerdings nicht der Kontrolle des Brokers.

Weitere Transaktionskosten sind die Ordergebühren pro Trade, die sowohl vom Broker als auch von der betreffenden Börse erhoben werden können.

Verwaltungskosten

Auch wenn ein ETF typischerweise nicht aktiv gemanagt ist, fallen doch Verwaltungsgebühren für den Fonds an. Diese liegen in der Regel aber deutlich unter denen aktiv gemanagter Fonds und betragen durchschnittlich etwa 0,1 bis 1%.

Eine wichtige Kosten-Kennzahl beim ETF ist die sogenannte Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote. Sie umfasst im Prinzip alle Betriebskosten des ETF und erleichtert den Vergleich verschiedener ETFs. Mehr zur TER lesen Sie weiter unten.

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Worauf sollte ich achten, wenn ich einen ETF kaufen möchte?

In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen 5 wichtige Tipps geben, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie in ETF investieren wollen.

Tipp 1: Strategisch planen

Wenn Sie ETFs kaufen und sich dazu eine Strategie zurechtlegen möchten, sind zwei Sichtweisen maßgeblich: Die einzelnen Werte, in die der ETF investiert, und der ETF selbst.

Da immer ein Index abgebildet wird, kaufen Sie automatisch die darin enthaltenen Werte. Eine strategische Analyse auf Ebene des Einzelwertes findet also gar nicht statt.

Dennoch sollten Sie sich natürlich überlegen, auf welche Indizes Sie sich konzentrieren möchten. Die Einteilung kann geografisch sein, zum Beispiel mit Fokus auf amerikanische oder europäische Werte.

Sie kann aber auch branchenbezogen erfolgen. Es gibt ETFs, die nur in Biotech Aktien oder künstliche Intelligenz Aktien investieren. Sie können auch nach der Größe der im Index enthaltenen Unternehmen bezogen auf die Marktkapitalisierung unterscheiden: Small, Mid oder Large Cap.

Was ETFs selbst anbelangt, ist noch zwischen ausschüttend oder thesaurierend zu trennen. Der Unterschied liegt darin, ob die im Fonds anfallenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ausgeschüttet oder wieder angelegt, also im Fondsvermögen behalten (thesauriert), werden.

Welches für Sie die richtige Fonds-Strategie ist, hängt von Ihren Anlagepräferenzen ab. Sind Sie eher darauf aus, sich langfristig ein kleines Vermögen aufzubauen, wählen Sie einen thesaurierenden ETF. Einen ETF kaufen, der die Erträge regelmäßig ausschüttet, macht dann Sinn, wenn Sie damit einen fortlaufenden Einkommensstrom generieren möchten.

Wenn Sie mit Invest.MT5 ETF kaufen, können Sie sich ein passives Einkommen zulegen.

Tipp 2: Die Kosten beachten

Wie bereits besprochen, können sich die Kosten von ETF zu ETF erheblich unterscheiden. Eine Möglichkeit des Vergleichs bildet die bereits erwähnte Total Expense Ratio (TER).

Allerdings sollten Sie sich auch nicht allein auf die unterschiedlichen, im Verkaufsprospekt angegebenen TER verlassen. Der Schein kann nämlich trügen, da nicht alle Kosten und Erträge in der TER enthalten sind.

Dazu können zum Beispiel bei synthetisch replizierenden ETFs die für die Swapgeschäfte anfallenden Gebühren gehören. Bei allen ETFs, auch bei vollständiger Nachbildung, kann die Fondsgesellschaft eine Wertpapierleihe durchführen. Damit zusammenhängende Erträge - oder Kosten - sind ebenfalls nicht in der TER abgebildet.

Diese Ungenauigkeiten können dazu führen, dass ETFs mit höherer TER eine bessere Rendite liefern als vergleichbare ETFs mit scheinbar niedrigeren Kosten.

Eine Möglichkeit, dieses Problem in den Griff zu bekommen, ist die sogenannte Tracking Difference. Hier kurz zur Klarstellung, um gleich Missverständnisse zu vermeiden: Oft ist auch der Begriff Tracking Error zu finden. Damit ist die auf ein Jahr berechnete Standardabweichung der Tracking Difference gemeint.

Das Wichtige ist, dass es um den Unterschied zwischen Index- und ETF-Rendite geht. Je genauer ein ETF nämlich einen Index abbildet, desto eher kann eine geringere Performance des ETF durch Kosten erklärt werden, die nicht in der TER enthalten sind.

Tipp 3: Replikationsmethode beachten

Dieses Thema wird von Privatanlegern in Wahrheit oft überbewertet. Während die einen synthetisch replizierende ETF schon alleine wegen des (geringen) Kontrahentenrisikos ablehnen, sind andere der Meinung, dass der bei physisch abbildenden Fonds tendenziell höhere Tracking Error gegen diese spricht.

Aber: Bevor man die Entscheidung „synthetisch" oder „physisch" fällt, sollte man die anderen, in diesem Kapitel genannten Tipps höher gewichten. Man stelle sich nur vor, dass ein Markt - so wie im März 2020 wegen der Corona Pandemie tatsächlich geschehen - um über 30% einbricht. Dann würde auch kein Anleger sagen: „Zum Glück habe ich einen synthetisch replizierenden Fonds. Der vergleichbare physische ist wegen der höheren Tracking Differenz nämlich um 30,8% eingebrochen!"

Man sollte die Unterschiede der Abbildungsmethoden und die damit verbundenen Hauptrisiken schon kennen. Aber bei der Frage, welchen ETF zu kaufen sich lohnt, kann das nicht das alleinige Kriterium sein.

Tipp 4: Diversifikationsgrad beachten

Wie breit ein ETF aufgestellt ist, hängt natürlich von dem abgebildeten Index ab. Innerhalb der letzten circa zehn Jahre sind allerdings so viele neue Indizes ins Leben gerufen worden, dass manche Beobachter schon witzeln, es gäbe mehr davon als Aktien.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht in einen Index investieren, der zu wenige Einzelwerte enthält. Oder der sich zu eng auf eine bestimmte, im Zweifel auch noch neue oder kleine Branche konzentriert. Um ihr Risiko zu streuen, gilt das Motto: je diversifizierter, desto besser.

Tipp 5: Fondsvolumen beachten

Zur Beantwortung der Frage „Welche ETF kaufen?" kann das Volumen der vom Fonds eingenommenen und verwalteten Gelder durchaus hilfreich sein.

Nicht nur zeigt ein hohes Fondsvolumen, dass der ETF bei Privatanlegern beliebt ist. Es kann außerdem auch darauf hindeuten, dass institutionelle, also professionelle, Investoren der Fondsgesellschaft mit Wohlwollen gegenüberstehen und deshalb diesen bestimmten ETF kaufen.

Umgekehrt wird auch für die Fondsgesellschaft selbst ein ETF mit steigendem Volumen immer interessanter, weil potenziell lukrativer. Und das motiviert, den Fonds auch auf lange Sicht am Leben zu halten.

Da das Einsammeln von Anlegergeldern schließlich auch eine gewisse Zeit benötigt, sind häufig ETF mit hohem Volumen diejenigen, die am längsten überlebt haben.

CFDs auf ETF versus ETF kaufen - das sind die Unterschiede

Wie wir gesehen haben, kann ETFs kaufen eine sehr gute Idee sein. Aber es gibt ein weiteres, sehr populäres Finanzinstrument, welches unter Umständen für bestimmte Anleger noch besser geeignet ist: ETF CFDs.

Was ist der Unterschied? Während ein ETF ein passiv gemanagter Indexfonds ist, ist ein ETF CFD ein Indexfonds mit Hebel!

Ein CFD oder Contract for Difference ist ein derivates Finanzinstrument, das von einem Basiswert, dem sogenannten Underlying, abgeleitet ist. Dieser Underlying können Aktien sein, Rohstoffe, Währungen, Indizes, Anleihen, Kryptowährungen oder ETFs.

Der Kurs eines CFDs spiegelt die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes wider. Beim ETF CFD eben des jeweiligen ETFs. Steigt der Preis des Underlying, steigt auch der Kurs des CFDs.

Soweit die Gemeinsamkeiten. Jetzt zu den Unterschieden. Zwei zentrale Merkmale unterscheiden ETF und CFD:

  1. Der Hebel
  2. Die Möglichkeit, Short zu gehen, also auf fallende Kurse zu setzen

CFDs sind Hebelprodukte. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrem vorhandenen Kapital ein Vielfaches dessen Wertes bewegen können. Das kommt dadurch zustande, dass Sie für Ihr Investment nicht die gesamte Summe des Trades einzahlen, sondern lediglich eine prozentuale Sicherheitsleistung. Das ist die sogenannte Margin.

Das Verhältnis von gehandeltem Gesamtwert zu Margin ist der Hebel. Kurz gesagt, erlaubt der Hebel im Vergleich zu einem ungehebelten Finanzprodukt dem Privatanleger - unter sonst gleichen Bedingungen - seinen Einsatz zu vervielfachen. Der Hebel erhöht die potenziellen Gewinne eines Traders am Markt, aber auch die potenziellen Verluste. Mit dem Einsatz eines Hebels riskiert man, seine Einzahlung schneller wieder zu verlieren, weshalb er besonders vorsichtig eingesetzt werden sollte.

Innerhalb der EU ist eine Nachschusspflicht - also eine Nachzahlung, nachdem die Margin durch Verluste aufgezehrt wurde - vom Gesetzgeber verboten. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Anleger zumindest die Margin verlieren.

Bei Admiral Markets können Sie ETF kaufen oder ETF CFD als Hebelprodukte traden!

Die zweite Besonderheit eines CFDs gegenüber einem ETF ist die Möglichkeit, Short zu gehen. Das bedeutet, dass Sie auf sinkende Kurse setzen und auch in einem solchen Fall potenziell Gewinne generieren können.

Das ist mit einem ETF natürlich nicht möglich. Sobald der dem ETF zugrunde liegende Index fällt, verliert der Anleger. Mit einem CFD ist es möglich, das Investment so aufzubauen, dass Sie sich gegen diese Verluste absichern können. Eine solche Absicherung nennt man Hedging.

Hier die Unterschiede von ETF und CFD im Überblick:


ETF

CFD

Hebelwirkung

Nein

Ja

Short Trading

Nein

Ja

Börsengehandelt

Ja

Nein

Anlagehorizont

Lang

Kurz

Trading-Ansatz

Passiv

Aktiv

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der CFD Handel höhere Ansprüche an den Anleger stellt als das Investment in einen ETF. Differenzkontrakte werden in aller Regel im Daytrading gehandelt. Positionen werden also am selben Tag geöffnet und wieder geschlossen. Das setzt einmal mehr Fachwissen voraus und verlangt auch einen aktiveren Trading-Ansatz.

Welchen ETF sollte ich 2020 besonders im Auge behalten?

Das hängt in erster Linie von Ihrem persönlichen Risikoprofil ab. So macht es zum Beispiel einen gewaltigen Unterschied, ob Sie jung sind und fürs Alter sparen wollen, oder kurz vor der Rente dieselbe noch etwas aufbessern möchten.

Bei der riesigen Anzahl verfügbarer ETFs, gekoppelt mit den diversen Vorlieben und Abneigungen einzelner Anleger, kann hier nur ein winziger Ausschnitt aus ETFs geliefert werden, die im Jahr 2020 interessant sein könnten.

Diese Vorschläge stellen keine Anlageempfehlung dar. Vergessen werden darf außerdem nicht, dass die Reichweite der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft am Anfang des zweiten Quartals des Jahres 2020 noch gar nicht vollständig absehbar ist.

Klar ist allerdings schon jetzt, dass sie mitgedacht werden müssen. Börsen weltweit sehen sich einer fast beispiellosen Volatilität seit Ausbruch der Pandemie gegenüber. Aber, wie fast immer bei der Geldanlage, dieses prototypische Black Swan Ereignis bietet neben Risiken auch Chancen für den klugen Investor.

Hier also sechs ETF Investment Vorschläge für 2020, eingeteilt in drei Anlegertypen.

1. Anlegertyp „sicherheitsorientiert"

Wenn Sie zum Beispiel nur ein paar Jahre vor der Rente stehen und Ihr Geld einigermaßen sicher verwahren möchten und eine hohe Rendite nicht im Vordergrund steht.

  1. iShares Core MSCI World UCITS ETF (SWDA): Mit diesem ETF kaufen Sie die maximal mögliche Diversifizierung, da er auf dem mehr als 1.600 Titel umfassenden MSCI World Index basiert. Zusätzliche Sicherheit gibt, dass der Fonds unter der UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities Directive 2009) Verordnung der EU reguliert ist. Außerdem ist die hinter dem ETF stehende Fondsgesellschaft, BlackRock, der größte unabhängige Vermögensverwalter der Welt.
  2. iShares STOXX Europe 600 Utilities UCITS ETF: Dieser Fonds verfolgt einen grundsoliden Ansatz. Wenn Sie diesen ETF kaufen, investieren Sie in 600 europäische Versorger (Gas, Strom, Abfallentsorgung). Hier ist zwar nicht viel Wachstum zu erwarten, aber die Branche darf als absolut krisensicher gelten. Außerdem zahlt der ETF eine attraktive Ausschüttungsrendite, was gut zu einkommensorientierten Anlegern passt.

2. Anlegertyp „mehr Risiko bei längerem Anlagehorizont"

Dieser Anleger steht typischerweise mitten im Berufsleben und kann es sich leisten, ein Investment auch mal zehn Jahre für sich arbeiten zu lassen.

  1. Vanguard S&P 500 UCITS ETF. Mit diesem ETF kaufen Sie die 500 größten US-Aktiengesellschaften, die im S&P 500 Index versammelt sind. Gerade nach den Einbrüchen im Zusammenhang mit der Corona Krise könnte sich hier aktuell eine gute Kaufgelegenheit ergeben. Zwar ist die US-Wirtschaft besonders hart durch COVID-19 getroffen und wird auch noch einige Zeit leiden. Aber das Land hat traditionell immer wieder eine erstaunliche Fähigkeit bewiesen, sich schnell zu erholen.
  2. iShares Global Healthcare ETF CFD (IXJ): Auch dieser ETF kann mit einem Bezug zur Corona-Pandemie gesehen werden. Er basiert auf dem S&P Global 1200 Healthcare Sector Index, der die führenden Gesundheitsunternehmen weltweit umfasst. Dazu gehören zum Beispiel Johnson&Johnson, Novartis, Pfizer oder Merck. Im zweiten Quartal 2020 schaut die ganze Welt unter anderem auf diese Unternehmen in der Hoffnung auf wirksame Medikamente und vor allem einen Impfstoff gegen den Corona-Virus. Wird er gefunden, kann das nicht nur die Pandemie stoppen, sondern auch riesige Umsätze bringen. Und bedenken Sie: Corona war vermutlich nicht die letzte Pandemie in einer globalisierten Welt. Unternehmen im Gesundheitssektor könnten eine vielversprechende Zukunft vor sich haben.

3. Anlegertyp „risikofreudig"

Das Abenteuer liegt hier darin, dass es sich noch um relativ junge und dynamische Branchen handelt. Es wird also eine relativ hohe Fluktuation von Indexwerten geben, aber es handelt sich sicher um Märkte der Zukunft. Die Wachstumspotenziale sind daher überdurchschnittlich.

  1. Global X Robotics & Artificial Intelligence ETF (BOTZ): Dieser ETF ist bestrebt, in Unternehmen zu investieren, die potenziell von einer verstärkten Einführung und Nutzung von Robotik und künstlicher Intelligenz (KI) profitieren. Das schließt Themen wie Industrierobotik und Automation, nichtindustrielle Roboter und autonome Fahrzeugen mit ein.
  2. First Trust NYSE Arca Biotechnology Index Fund ETF: Auf dem NYSE Arca Biotechnology Indexbasierend, gehören Unternehmen wie Gilead Sciences, Inc. oder QIAGEN N.V. zum Portfolio. Die Themen sind unter anderem DNA-Technologie, Molekularbiologie und Gentechnik. Dieser ETF ist ein populärer Biotechnologie-Fonds. Der Index ist mit vergleichsweise wenigen 30 Titeln thematisch sehr spitz. Und der ETF zeichnet sich durch relativ geringe Spreads aus.

Sollte ich ETF kaufen oder als CFD handeln?

Wie oben im Artikel besprochen, haben beide Finanzinstrumente ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

Es hängt von ihrer persönlichen Situation ab, welches von beiden für Sie geeignet ist. Fragen Sie sich, immer auf der Grundlage von frei verfügbarem Kapital, welcher Anlegertyp Sie sind: Eher risikoavers oder risikofreudig?

Was ist Ihr Anlagehorizont in Verbindung mit Ihren Anlagezielen? Haben Sie die Geduld, langfristig ein Vermögen aufzubauen? Oder möchten Sie aktiv traden mit der Aussicht auf höhere Renditen?

Eine Möglichkeit sollten Sie dabei nicht übersehen. Anstatt einer Entweder-oder-Abwägung kann vielleicht die Kombination beider Instrumente für Sie von Vorteil sein. Vergessen Sie nicht, dass Sie mit CFDs auch Short gehen, also von fallenden Kursen profitieren können. Das eröffnet interessante Optionen, eine ETF-Position mit Hilfe von CFDs zu hedgen.

Für welche Anlageform auch immer Sie sich entscheiden, sollten Sie als Erstes ein kostenloses Demokonto eröffnen. Darin können Sie sowohl Ihre CFD Trading Strategien als auch das langfristige Investieren in ETFs ausprobieren, ohne echtes Geld riskieren zu müssen. Um jetzt gleich ein Demokonto zu eröffnen, klicken Sie einfach auf das folgende Banner:

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