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Alles, was Sie über die Forex Fundamentalanalyse wissen müssen

Lesezeit: 9 Minuten

Alles, was Sie über die Forex Fundamentalanalyse wissen müssen

Was bedeutet Fundamentalanalyse?

Die fundamentale Analyse wird angewandt, um Kursentwicklungen durch Analyse der Finanzmärkte besser prognostizieren und einschätzen zu können. Die Fundamentalanalyse ist auf den allgemeinen Zustand der beobachteten Wirtschaft fokussiert und erforscht diverse Schlüsselfaktoren, wie zum Beispiel Zinsraten, Erwerbstätigenquote, Bruttoinlandsprodukt, internationalen Handel und Produktion, sowie deren relativen Einfluss auf die betrachtete Währung. Es geht also meist um längerfristige Prognosen, kurzzeitige tagesaktuelle Kursbewegungen spielen kaum eine Rolle.

Die Grundvoraussetzung der Fundamentalanalyse des Forex Markts und anderer Märkte ist, dass der Kurs eines Basiswerts (Aktie, Rohstoffe etc.) nicht identisch mit seinem "eigentlichen" Wert sein muss. So kann es passieren, dass diverse Märkte einem Basiswert einen falschen Preis zuweisen und ihn zeitweilig unter- oder überbewerten. Fundamentalanalysten gehen davon aus, dass der Kurs solcher Posten kurzfristig abweichen kann, aber zwangsläufig immer wieder zu seinem korrekten Wert zurückfinden wird. Damit haben wir beiläufig auch den Sinn und Zweck des Forex & CFD Handels beschrieben: Bei diesen Hebelprodukten geht es nicht um langfristiges Anlegen, sondern um das Handeln von (zu erwartenden) Kursbewegungen.

Das Ziel der Fundamentalanalyse ist es immer, den tatsächlichen Wert eines Postens zu ergründen, mit dem aktuellen Marktkurs zu vergleichen und so die Chance auf einen profitablen Trade zu erkennen. Hierbei wird auch der Unterschied zwischen fundamentaler und technischer Analyse verdeutlicht. Letztere betrachtet ausschließlich den momentanen Marktkurs, während die Fundamentalanalyse alles andere betrachtet, um eventuelle Makel an diesem aufzudecken. Dadurch wird die fundamentale Analyse auf kurze Sicht ein eher nachteiliges Werkzeug, sie beantwortet aber dafür die Frage nach der langfristigen Kursentwicklung in Forex & CFD Märkten.

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Wie funktioniert die Fundamentalanalyse?

Forex Fundamentalanalysen umfassen mehr als einfach nur den Vergleich der aktuellen Daten eines einzelnen Wirtschaftsindikators mit seinen historischen Daten. Es gibt zahllose wirtschaftliche Theorien um die fundamentale Analyse, die versuchen, wirtschaftliche Daten in Kontext zu setzen und vergleichbar zu machen.

Die geläufigsten wirtschaftlichen Theorien der fundamentalen Analyse drehen sich um die Annahme, dass Währungen zu einem Umrechnungskurs gegeneinander getauscht werden können, der ihren wirtschaftlichen Zustand wiederspiegelt und von Wirtschaftsfaktoren wie Inflation und Zinsraten beeinflusst wird.

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Fundamentalanalyse: Gute Neuigkeiten, schlechte Neuigkeiten

Aus der rein praktischen Sichtweise des durchschnittlichen Forex Traders erscheint es so, als ob internationale Nachrichten für die Kursbewegungen des Marktes verantwortlich sind. Wie und warum geht das genau vonstatten?

Es gibt viele wirtschaftliche Indikatoren, die von Finanzexperten beobachtet und ausgewertet werden, um Hinweise auf den Gesundheitszustand der Wirtschaft zu erhalten. Diese Indikatoren lassen sich eben diesen internationalen Nachrichten entnehmen - manche auf wöchentlicher Basis, die meisten monatlich und einige nur jährlich.

Der Unterschied zwischen technischer und fundamentaler Analyse bildet sich auch bei der Frequenz der Veröffentlichung dieser Datenquellen: Im Falle der technischen Analyse erscheinen die neuen Kenngrößen sekündlich in Form des Kurses, während die bei der fundamentalen Analyse relevanten Informationen höchstens wöchentlich veröffentlicht werden.

Kapital fließt allmählich aus den Ländern, in denen es sich langsam anhäuft, in die Länder, in denen dies schneller geschieht. Dies geschieht wegen der unterschiedlichen wirtschaftlichen Stärke der einzelnen Länder: Gilt die Wirtschaft eines Landes als vielversprechend, zieht dies Investitionen an - oftmals auch aus solchen Ländern, in denen die Wirtschaft weniger erfolgreich ist. In so einem Fall müssen die Investoren jedoch erst Ihre ursprüngliche Währung in die des Ziellandes umwandeln, es wird also die Währung des wirtschaftlich erfolgreichen Landes gekauft, die Nachfrage danach steigt und infolgedessen zieht der Wert der Währung an.

Leider funktioniert Wirtschaft nicht ganz so einfach wie in diesem Grundmodell, denn auch gesunde, leistungsstarke Volkswirtschaften können durchaus Schwächungen Ihrer Währung erleiden. Währungen sind keine Aktien, die direkt den wirtschaftlichen Gesundheitszustand der Wirtschaft darstellen. Sie können von finanzpolitischen Entscheidungsträgern - etwa Zentralbanken oder einflussreichen, finanzstarken Institutionen (Banken, Hedgefonds, etc.) - manipuliert und benutzt werden, um den Markt zu beeinflussen.

Wann immer wirtschaftlich relevante Berichte veröffentlicht werden, halten Trader und Investoren die Augen auf nach Hinweisen für mögliche Stärken oder Schwachpunkte in den betroffenen Wirtschaftssystemen. Wenn kurz vor der Veröffentlichung von relevanten Nachrichten die Marktstimmung deutlich in eine Richtung neigt, spricht man von einem eingepreisten Markt, was nach der tatsächlichen Veröffentlichung nur zu minimalen Unruhen am Markt führt. Reagiert der Markt wiederum nicht so, wie im Voraus vermutet wurde, kann daraus signifikante Volatilität resultieren. Einsteigern wird generell empfohlen, von Trades um die offiziellen Veröffentlichungszeiten von wirtschaftlichen Neuigkeiten abzusehen, bis diese genug Erfahrung mit der Fundamentalanalyse gesammelt haben. Auf anstehende News vorbereiten kann der Trader sich über den Handelskalender.

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Wichtige wirtschaftliche Indikatoren der Fundamentalanalyse

Wirtschaftsdaten können, wie bereits in diesem Artikel besprochen, auf bevorstehende Veränderungen in der wirtschaftlichen Situation eines Landes und seiner Währung hinweisen.

Zinsraten

Zinsraten sind ein zentraler Indikator für die fundamentale Analyse des Forex Markts. Es gibt viele Arten von Zinsraten, aber für die fundamentale Analyse sind die nominalen Zinsraten, die von der Zentralbank festgelegt werden, am wichtigsten. Zentralbanken erschaffen Geld, welches dann von Privatbanken geliehen wird. Der Prozentsatz des Geldes, den die Privatbanken dann an die Zentralbank als Zins zahlen müssen, wird Nominalzinssatz genannt. In der Regel wird von diesem Nominalzinssatz gesprochen, wenn Trader Zinsraten oder -sätze ohne weitere Spezifizierung erwähnen.

Das "Manipulieren" von Zinsraten - ein wichtiger Teil nationaler Fiskalpolitik - ist eine der Kernfunktionen von Zentralbanken, da sich dadurch die Bewegungen einer Wirtschaft gut ausgleichen lässt. Weil Zinsraten direkt und stärker als andere Faktoren den Wert einer Währung verändern können, ermöglichen Sie es, Inflation, Investition, Handel, Produktion und Arbeitslosenrate signifikant zu beeinflussen.

Wie genau funktioniert das? Es ist allgemein im Sinne der Zentralbanken, die Wirtschaft zu unterstützen und einen von der Regierung angepeilten Inflationswert zu halten. Zu diesem Zweck verringern sie die Zinsraten, was dazu führt, dass Privatbanken und einzelne Einflussträger mehr Geld von der Zentralbank leihen, Konsum und Produktion gestärkt werden sowie Produktion und damit die gesamte Wirtschaft verbessert wird. Niedrige Zinssätze sind hierbei eine gute Taktik, aber langzeitlich-strategisch betrachtet eher negativ behaftet. Sie können zu einer Über-Inflation der Wirtschaft führen, wodurch wirtschaftliche Blasen entstehen, die bekanntermaßen in wirtschaftlich katastrophalen Kettenreaktionen enden. Um das zu vermeiden, können Zentralbanken Ihre Zinsraten auch wieder erhöhen, wodurch die Menge an durch Privatbanken geliehenem Geld sinkt.

Aus Sicht der Fundamentalanalyse betrachtet, kann man die besten Trading-Gelegenheiten erkennen, indem man die sich ändernden Zinsraten beobachtet.

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Inflation

Nachrichten, die die Inflation betreffen, berichten über die Wertfluktuationen (Preisniveaustabilität) bestimmter Güter im Rahmen eines bestimmten Zeitfensters. Dabei ist zu beachten, dass jedes Wirtschaftssystem einen bestimmten Grad an Inflation anstrebt, der als "gesund" betrachtet wird. Wenn eine Wirtschaft langzeitlich wächst, so muss auch die Menge an Geldmitteln im Umlauf zunehmen, was durch Inflation geschieht. Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, das von der Regierung festgelegte Niveau an Inflation durch sorgfältige Feinsteuerung der Geldmittel durch die Zentralbanken zu halten.

Zu viel Inflation lässt das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Richtung Angebot kippen und hat zur Folge, dass der Wert der Landeswährung abnimmt, da einfach mehr Geldmittel als notwendig vorhanden sind. Das Gegenstück zur Inflation ist die Deflation, und auch diese ist nicht positiv behaftet. In einer Deflation nimmt der Wert der Geldmittel zu, während Güter und Dienstleistungen an Wert verlieren. Während das nun für den individuellen Konsumenten vorteilig klingt, schadet es der Wirtschaft auf lange Sicht.

Aktuell wünscht sich die europäische EZB eine jährliche Inflationsrate für den Euro-Raum von "unter, aber nahe 2 Prozent". Dies wird als wirtschaftlich sinnvoll angesehen.

Man kann Geldmittel auch als Treibstoff der Wirtschaft betrachten - weniger Treibstoff bedeutet weniger Wachstum. Im schlimmsten Fall kann ein Mangel an Geldmitteln zu einem Stillstand der Produktion und Wirtschaft führen, wenn nicht genug Treibstoff vorhanden ist, um die Maschinerie am Laufen zu halten.

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Das Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die von der Wirtschaft eines Landes innerhalb einer festgelegten Zeitperiode produziert wird, und wird von vielen als der direkteste Indikator für den wirtschaftlichen Gesundheitszustand eines Landes betrachtet. Dies kann ungewöhnlich erscheinen, wenn man bedenkt, dass das Bruttoinlandsprodukt das Angebot von Gütern und Dienstleistungen betrachtet, aber nichts mit Nachfrage derer zu tun hat, es aber notwendig ist, sowohl Angebot und Nachfrage zu betrachten, um zuverlässige Voraussagen treffen zu können. Wenn eine Wirtschaft eine Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes erlebt, die Nachfrage jedoch nicht gleichermaßen steigt, zeugt dies aus Sicht der Fundamentalanalyse vom genauen Gegenteil einer gesund funktionierenden Wirtschaft.

Abschließendes zur Forex Fundamentalanalyse

Zinsraten, Inflation und Bruttoinlandsprodukt sind die drei wichtigsten ökonomischen Indikatoren, die bei der Forex Fundamentalanalyse betrachtet werden. Kein anderer Wirtschaftsindikator hat so viel Einfluss auf das Wirtschaftssystem, weder Verkaufszahlen noch Kapitalfluss, Handelsvolumen, Anleihe-Kurse oder andere makroökonomische und geopolitische Faktoren. Zudem werden Wirtschaftsindikatoren nicht nur gegeneinander im Kontext eines einzigen Wirtschaftssystems aufgewogen, sondern haben auch Einfluss über die Grenzen Ihres jeweiligen Landes hinaus.

Es werden konstant große Mengen wirtschaftlich relevanter Daten veröffentlicht, die signifikanten Einfluss auf die Bewegungen des Forex Marktes haben. Die Fundamentalanalyse kann Ihnen dabei helfen, diese anstehenden Bewegungen aus den veröffentlichten Daten abzulesen und zu prognostizieren, um Ihre Trading Strategien zu optimieren.

Vergessen Sie für Ihr tägliches Trading von Forex & CFDs dabei aber nicht, dass tages- und wochenaktuelle Ereignisse unabhängig von den längerfristigen Fundamentaldaten die Kurse jederzeit durcheinanderwirbeln können. Jede Prognose ist stets nur eine Annahme, erwarten Sie niemals eine hundertprozentige Trefferquote. Bevor Sie mit dem echten Trading loslegen, sollten Sie außerdem erst ein Demokonto eröffnen, in dem Sie Ihre Trading Strategien völlig risikofrei in realistischer Marktumgebung ausprobieren können.

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