Margin im Forex und CFD Trading: Margin Level vs. Margin Call

Die Margin, auch als Sicherheitsleistung oder Hinterlegungssumme bekannt, gehört zu den wichtigsten Bausteinen im Forex Handel. Dennoch verstehen die meisten Einsteiger diesen so wichtigen Begriff nicht oder interpretieren ihn falsch. Glücklicherweise können wir diesbezüglich aushelfen.

Was ist Margin?

Was im Forex & CFD Handel meist als Margin bezeichnet wird, ist im Wesentlichen eine in gutem Glauben getätigte Kautionshinterlegung, die zur Aufrechterhaltung einer offenen Position benötigt wird. Eine Margin ist weder als eine Gebühr zu betrachten, noch gehört sie zum Bereich der Transaktionskosten, sondern stellt einen Anteil des Eigenkapitals dar, der hinterlegt wird. Dieser Eigenkapitalanteil dient als Sicherheitseinlage. Wir raten jedem Trader, sich eingehend mit dieser Materie zu befassen und weisen Sie gleichzeitig auf mögliche Konsequenzen des Handels auf Margin hin: Der Handel auf Margin kann Ihre Handelserfahrung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen, denn beträchtlichen Gewinnchancen stehen ebenso erhebliche Verlustrisiken gegenüber.

Wir raten daher sowohl Neueinsteigern als auch erfahrenen Tradern dazu, stets ein kostenloses Demokonto zu nutzen. Für Neueinstieger ist dies wichtig, um sich sowohl mit den Märkten, als auch mit der Tradingplattform vertraut zu machen - aber auch, um in einer risikofreien Umgebung unter realistischen Bedingungen üben zu können. Aber auch für erfahrene Trader bietet die Nutzung eines Demokontos diverse Vorteile. So können zum Beispiel neue Strategien oder Indikatoren zunächst ohne die Gefahr drohender Verluste getestet werden, bevor sie für Trades mit realem Geld verwendet werdet.

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Wie funktioniert der Handel auf Margin?

Ihr Broker nimmt Ihre Hinterlegungssumme und bündelt sie mit weiteren Sicherheitsleistungen anderer Trader. Broker nutzen diese Vorgehensweise, um Positionen am gesamten Interbankenmarkt platzieren zu können. Eine Hinterlegungssumme wird meist im Verhältnis zur eröffneten Gesamtposition ausgedrückt. Die Mehrheit der Margin Anforderungen liegt schätzungsweise bei zwei Prozent, einem Prozent, 0,5 Prozent und 0,25 Prozent. Basierend auf der von Ihrem Broker geforderten Hinterlegungssumme können Sie den maximalen Hebel berechnen, den Sie mit Ihrem Handelskonto ausüben können.

Der Zusammenhang zwischen Hebel und Margin

Im Forex & CFD Handel spiegelt der Hebel die notwendige Margin für die Eröffnung von Handelspositionen wieder. Dabei gilt: Je höher der Hebel desto geringer die notwendige Margin für die jeweilige Position. Dabei wirkt sich der Hebeleffekt aber nicht nur auf die Margin, sondern auch erheblich auf die möglichen Gewinne oder Verluste aus.

Handeln Sie zum Beispiel ein Instrument mit einem Hebel von 1:500, so resultiert eine Marktbewegung von nur einem Prozent in einem Gewinn beziehungsweise Verlust von satten 500 Prozent! Der Hebeleffekt ermöglicht also auch bei einem geringen Tradingkapital erhebliche Gewinne, aber auch Verluste.

In diesem Zusammenhang brachte das Jahr 2018 erhebliche Veränderungen mit sich, denn im März diesen Jahres veröffentlichte die European Securities and Markets Authority (ESMA) eine neue Regulierung für alle CFD Broker in der Europäischen Union (EU). Gegenstand dieser Regulierung war insbesondere der maximal verfügbare Hebel für private Trader (sogenannte Retail Clients), der mit Inkrafttreten (voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018) der neuen Vorgaben auf 1:30 für Hauptwährungspaare, 1:20 für andere Währungspaare, Indizes und Gold und 1:10 für weitere Rohstoffe. Der Hebel für den Handel Mit CFDs auf Kryptowährungen wurde sogar auf 1:2 beschränkt.

Als Vergleich: Der maximal verfügbare Hebel bei Admiral Markets lag zuvor bei 1:500.

Diese Beschränkung des zur Verfügung stehenden Hebels für Retail Clients hatte eine erhebliche Erhöhung der Marginanforderungen für die betroffenen Instrumente zur Folge. Ausgenommen von dieser Beschränkung sind die Professional Clients.

Was bedeutet Margin Level?

Um alle Bereiche des Devisenhandels besser zu verstehen, sollte man auch alle Details zum Thema Margin kennen. Dazu wollen wir Sie zunächst mit einem Begriff vertraut machen, den Sie definitiv verstehen sollten: Das Margin Level. Das Forex Margin Level ist der prozentuale Anteil Ihres Eigenkapitals an der verwendeten Sicherheitsleistung. Mit anderen Worten ist es das Verhältnis des Eigenkapitals zur Margin und wird folgendermaßen berechnet:

Margin Level = (Eigenkapital/genutzte Margin) x 100.

Broker verwenden Margin Levels, um zu erkennen, ob Forex Trader noch weitere Positionen eröffnen können oder nicht.

Verschiedene Broker werden auch unterschiedliche Limits für das Margin Level setzen, doch die meisten Broker setzen dieses Limit bei 100 Prozent. Genau dieses Limit bezeichnet man als Margin Call Level. Technisch betrachtet bedeutet das Margin Call Level, dass Sie, wenn Ihr Account das Margin Level von 100 Prozent erreicht hat, zwar Ihre Positionen noch schließen, jedoch keine weiteren Positionen mehr eröffnen können. Demnach erreichen Sie das 100-prozentige Margin Call Level, wenn die Summe des Eigenkapitals nur noch der Hinterlegungssumme entspricht. Dieses Ereignis findet zumeist statt, wenn Sie sich mit Positionen in der Verlustzone befinden und der Markt weiterhin schnell und stetig gegen Sie läuft. Wenn Ihr Eigenkapital nur noch der Margin Summe entspricht, werden Sie nicht mehr dazu in der Lage sein, neue Positionen einzugehen.

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Was bedeutet das Margin Level im Forex & CFD Handel? Wir werden dies anhand eines Beispiels näher erläutern, um Ihnen diese Frage zu beantworten. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Konto mit einem Eigenkapital von 10.000 US-Dollar und Sie haben eine Position in der Verlustzone mit einer Margin im Wert von 1.000 US-Dollar. Wenn sich nun Ihre Position entgegen Ihrer Erwartungen entwickelt, dann kann dies zu einem Verlust von bis zu 9.000 US-Dollar führen. In diesem Fall läge Ihr Eigenkapital dann nur noch bei 1.000 US-Dollar und entspräche dem Betrag der hinterlegten Sicherheitsleistung von ebenfalls 1.000 US-Dollar. Somit liegt das Margin Level bei 100 Prozent. Hier sei nochmal darauf hingewiesen: Wenn das Margin Level bei 100 Prozent liegt, können Sie keine weiteren Positionen mehr eröffnen, es sei denn der Markt dreht plötzlich zu Ihren Gunsten und Ihr Eigenkapital liegt wieder oberhalb der hinterlegten Sicherheitsleistung.

Setzen wir nun voraus, dass der Markt weiterhin gegen Sie läuft. In diesem Fall wird Ihr Broker keine andere Wahl haben, als alle Ihre Verlustpositionen zu schließen. Diese spezielle Vorgehensweise bezeichnet man mit dem Begriff Stop Out Level. Wenn zum Beispiel ein Stop Out Level eines Brokers 50% (im Falle von Admiral Markets) beträgt, so wird die Handelsplattform Ihre Verlustpositionen beim Erreichen des Margin Levels von 50% automatisch zu schließen beginnen. Es sei darauf verwiesen, dass die Handelsplattform zuerst die größten Verlustpositionen liquidiert.

Oftmals führt das Schließen einer Verlustposition zur Erhöhung des Margin-Levels oberhalb von fünfzig Prozent. Das passiert deshalb, weil durch die geschlossene Position wieder ein kleiner Teil der Margin-Summe frei wird. Auf diese Weise reduziert sich die insgesamt benötigte Margin-Summe und konsequenterweise steigt dadurch das Margin Level. Das System erhöht das Margin-Level oftmals auf über fünfzig Prozent, weil es eben zuerst die größte Verlustposition schließt. Sollten nun weitere Positionen Ihre Verluste ausweiten und das Margin Level von fünfzig Prozent erneut erreichen, so wird die Handelsplattform automatisch die nächst größere Verlustposition schließen.

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Sie werden sich nun fragen, warum Broker so etwas tun. Nun, der Grund warum Broker Positionen schließen, wenn das Margin Level das Stop Out Level erreicht, ist recht schnell erklärt: Broker können Tradern nämlich schlichtweg nicht erlauben, mehr Geld zu verlieren, als sie auf ihr Konto eingezahlt haben. Schließlich könnte der Markt möglicherweise weiter gegen Sie laufen und kein Broker könnte es sich langfristig leisten, diese nachhaltigen Verluste für Sie und zahlreiche andere Trader zu tragen.

Was bedeutet freie Margin im Forex & CFD Handel?

Die freie Margin ist die Summe Ihres Eigenkapitals, die nicht in irgendeiner Position gebunden ist und die Sie für neue Positionen am Markt nutzen können. Das ist aber noch nicht alles, denn die freie Margin ist auch die Differenz zwischen Ihrem Eigenkapital und Ihrer bereits hinterlegten Margin. Wenn Ihre offenen Positionen in einem profitablen Bereich liegen und weiter steigen, so tragen sie umso mehr zu Ihrem Eigenkapital bei und auf diese Weise erhöht sich dann auch die freie Margin.

In diesem Kontext soll ein weiterer Punkt thematisiert werden. Es gibt Handelssituationen, in denen Sie mehrere offene Positionen haben und obendrein gleichzeitig Pending Orders erstellt haben. Der Markt will nun eine Ihrer Pending Orders auslösen, doch Sie haben nicht genügend freie Margin auf Ihrem Handelskonto. Nun wird diese Pending Order entweder nicht ausgeführt oder automatisch gelöscht. In solchen Fällen denken manche Trader, ihr Broker hätte bei der Orderausführung versagt und reden schnell von einem schlechten Broker. Doch genau in diesem Zusammenhang ist dies eine falsche Schlussfolgerung, denn der Trader hatte schlicht nicht genügend freie Margin auf seinem Handelskonto.

Was bedeutet der Margin Call?

Der Margin Call ist einer der größten Albträume, die ein Forex Trader erleben kann. Dieser Albtraum tritt ein, wenn Ihr Broker Sie darüber informiert, dass Ihre hinterlegte Margin Summe unter das erforderliche minimale Niveau gefallen ist, weil eine oder mehrere offene Position sich entgegen Ihrer Erwartungen entwickelt haben. Der Handel auf Margin kann eine profitable Forex Strategie sein, aber es ist wichtig, alle möglichen Risiken zu verstehen. Sie sollten sich vergewissern, dass Sie verstanden haben, wie ein Margin Konto funktioniert. Außerdem sollten Sie die Margin-Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Broker kennen. Sollte Sie irgendeinen Passus in dieser Vereinbarung nicht verstehen und sollten sich Fragen ergeben, so stellen Sie diese gerne an unseren Berliner Kundensupport.

Es gibt eine unerfreuliche Tatsache, die Sie in Bezug auf den Margin Call beim Forex & CFD Handel in Betracht ziehen müssen, denn Sie werden diesen Margin Call aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht erst erhalten. Ihre Positionen werden vorher bereits automatisch geschlossen worden sein. Wenn nämlich Ihr Kapital in Ihrem Handelskonto unterhalb der Marginanforderungen liegt, wird Ihr Broker einen Teil oder alle Positionen in Ihrem Account automatisch schließen. Diesen Fall haben wir hier bereits mehrfach geschildert. Dennoch dient diese Maßnahme nicht nur als Absicherung für Ihren Broker, sondern vor allem als Sicherheit für Sie selbst, da Ihr Handelskonto auf diese Weise vor negativen Salden geschützt wird und Sie damit niemals mehr, als Ihr eingesetzten Kapital durch den Handel mit Forex und CFDs verlieren können.

Wie können Sie diese unwillkommene Überraschung trotzdem vermeiden? Margin Calls können effektiv vermieden werden, indem Sie Ihr Handelskonto regelmäßig und genauestens kontrollieren und indem Sie Stop-Loss-Orders bei jeder Position nutzen, um das Risiko zu minimieren.

Margins sind ein umstrittenes Thema. Einige Trader argumentieren, dass zu viel Margin sehr gefährlich ist. Wie dem auch sei, es kommt immer auf den Trader und seine Erfahrungen an. Wenn Sie mit einem Handelskonto auf Margin handeln wollen, sollten Sie diesbezüglich die Verfahrensweisen und die Regeln Ihres Brokers kennen, verstehen und sich obendrein über die damit verbundenen Risiken bewusst sein. Seien Sie vorsichtig und vermeiden Sie definitiv den Margin Call.

Da wir uns dem Ende unseres Leitfadens nähern, ist es noch von Wichtigkeit, Ihre Aufmerksamkeit auf eine Tatsache zu lenken. Die meisten Broker verlangen eine höhere Margin für Positionen über das Wochenende. Tatsächlich könnte die Margin von einem Prozent während der Handelswoche auf zwei Prozent oder höher ansteigen, wenn Sie die Position auch über das Wochenende halten wollen.

Abschließendes

Sie verstehen nun, dass die Margin ein wichtiges Element des Handels mit Forex und CFDs ist und nicht unterschätzt werden darf, denn andernfalls könnte es zu für Sie unangenehmen Ergebnissen kommen. Um hohe Verluste und überhöhte Risiken zu vermeiden, sollten Sie die Theorie und Funktionsweise von Margins, Margin Levels und Margin Calls verstehen lernen und diese mit Ihrer Handelserfahrung vereinen, um eine gangbare Forex-Handelsstrategie zu erstellen. Letztendlich wird eine durchdachte und gut entwickelte Herangehensweise in aller Regel auch zu Profiten führen.


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Risikohinweis

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 83% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.