So blenden Sie Kursschwankungen mit dem EMA Indikator aus

Der Ema Indikator im MetaTrader

Ein unerlässliches Hilfsmittel für die Einschätzung von Trends ist der Moving Average (gleitender Durchschnitt). Man verwendet diesen gleitenden Durchschnitt, um Kursschwankungen zu glätten und den zugrunde liegenden Trend dadurch besser zu erkennen. Hierzu betrachtet man einen Kursverlauf für einen bestimmten Zeitraum in der Vergangenheit und berechnet daraus den Durchschnitt.

In diesem Beitrag geht es um eine bestimmte Form des Moving Average, welcher sich Exponential Moving Average (EMA oder exponentiell gleitender Durchschnitt) nennt. Es handelt sich dabei um ein leicht anwendbares Tool namens Exponential Moving Average Indikator (EMA Indikator), das es Ihnen erlaubt, Markttrends besser einschätzen und bewerten zu können.

Ihre Einschätzung dieser Markttrends hängt neben anderen, im weiteren Verlauf erläuterten Faktoren, auch von dem gewählten Zeitrahmen ab. Eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Bestimmung des optimalen Zeitraums bietet ein kostenloses Demokonto. Hier können Sie testen welche Einstellungen des exponentiell gleitenden Durchschnitts für Ihren persönlichen Tradingstil am besten geeignet sind. Ein Demokonto ist risikofrei und gibt Ihnen die Freiheit, so lange mit den Einstellungen zu spielen, bis Sie die für Sie perfekte Kombination gefunden haben.

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Was ist der Exponential Moving Average?

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, betrachtet der gleitende Durchschnitt einen Auszug der aktuellen Kursdaten und berechnet ihren Mittelwert. Es gibt allerdings mehrere Möglichkeiten, um einen Mittelwert, und damit die verschiedenen Arten des gleitenden Durchschnitts, auszurechnen. Die geradlinienigste Methode ist der einfache gleitende Durchschnitt (Simple Moving Average oder auch SMA), der alle Kurswerte gleichermaßen berücksichtigt und den Mittelwert bildet.

Eine andere Möglichkeit für die Berechnung eines gleitenden Durchschnitts ist die Gewichtung der Kurswerte, wobei aktuellere Kurse stärker gewichtet werden als länger zurückliegende. So funktioniert das Modell des exponentiell gleitenden Durchschnitts, bei dem die einem Kurs zugeschriebene Gewichtung exponentiell geringer wird, je weiter die Daten zurückliegen.

Es ist recht schwierig, eine befriedigende Definition des Exponential Moving Average zu finden, ohne im Detail auf die genaue Berechnung einzugehen. Eine sehr allgemeine Definition des EMA lautet:

„Es handelt sich dabei um eine Technik zur Glättung, welche zu einem Teil des gegenwärtigen Kurses einen Teil des Kurses vom vorherigen gleitenden Durchschnitts hinzufügt.''

Um einen ordentlichen Einblick in das zu erhalten, was dabei genau passiert, müssen wir uns die Hände schmutzig machen und in die Mathematik einsteigen.

Die Berechnung eines exponentiell gleitenden Durchschnitts

Wir berechnen den EMA zu einem bestimmten Zeitpunkt (t) mit der folgenden Formel:

Berechnung Exponential Moving Average

Dabei ist α ein Glättungsfaktor mit einem Wert zwischen 0 und 1. Der Glättungsfaktor kann auch mit SF = „smoothing factor" abgekürzt werden. EMAt-1 ist der EMA für den vorangegangenen Zeitraum. Daran erkennen Sie, dass Sie für die Berechnung des EMA zu einem gegebenen Zeitpunkt bereits frühere Berechnungen vorgenommen haben müssen. Sie müssen den EMA der vorherigen Zeiträume kennen. Für den aktuellen EMA beziehen wir uns auf den EMA des Vortages, den wir wiederum aus dem Tag davor beziehen, und so weiter.

Mit anderen Worten: Es sind noch einige weitere Schritte involviert. Der erste besteht darin, einen Ausgangs-EMA-Wert für den ersten Zeitraum zu erhalten. Außerdem müssen wir unseren Glättungsfaktor bestimmen. Am besten lässt sich der Prozess des exponentiell gleitenden Durchschnitts erklären, indem wir ein konkretes Beispiel betrachten.

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Beispiel für den Exponential Moving Average

Um das Beispiel möglichst einfach zu halten, werden nur einige wenige Datenwerte verwendet. Wir betrachten hier die Berechnung eines 8-tägigen EMA aus einigen Stichprobenwerten. Die Tabelle unten zeigt die Beispielwerte, die in die Berechnung des 8-tägigen EMA einbezogen werden.

Tag

Kurs

8-tägiger SMA

α

8-tägiger EMA

1

168




2

170




3

171




4

175




5

170




6

172




7

176




8

179




9

178

172.625

0.222222

172.625

10

186

173.875

0.222222

175.5972

11

192

175.875

0.222222

179.2423

12

183

178.5

0.222222

180.0773

13

177

179.5

0.222222

179.3935

14

172

180.375

0.222222

177.7505

15

167

180.375

0.222222

175.3615

16

177

179.25

0.222222

175.7256

17

180

179

0.222222

176.6755

Um mit der Berechnung zu beginnen, brauchen wir einen gleitenden Durchschnittswert für Tag 1. Zu diesem Zweck verwenden wir einen einfachen gleitenden Durchschnitt als Ausgangswert. Dieser ist die Summe (1.381) der vorhergehenden n-Werte, geteilt durch n (acht Tage). Am neunten Tag haben wir unseren Einstiegswert. Auch wenn der SMA nur notwendig ist, um uns den Startwert für die EMA Berechnung zu liefern, haben wir die Spalte mit den SMA-Werten eingefügt. So können Sie den einfachen gleitenden Durchschnitt und den exponentiell gleitenden Durchschnitt direkt nebeneinander sehen und die Veränderungen besser vergleichen.

Wir benötigen außerdem den Glättungsfaktor. Dieser wird durch die Anzahl der zu betrachtenden Zeiträume des EMA bestimmt. Der Zeitraum, für den der einfache gleitende Durchschnitt genutzt wurde findet bei der Berechnung keine Beachtung, in unserem Beispiel ist der Zeitraum 8.

Die Formel für den Glättungsfaktor lautet:

Glättungsfaktor EMA

Man kann die Funktionsweise der Berechnungsmethode auch beschreiben, indem man sagt, dass der EMA auf frühere Werte zurückblickt und ihre Gewichtung um den Faktor (1- α) pro Zeitintervall verringert.

Daran können wir sehen, warum eine weitere, umfassendere Bezeichnung für diese Methode „Modell des exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitts" lautet. Prognosen anhand des exponentiell gleitenden Durchschnitts sind auch im Geschäftsleben eine weit verbreitete Methode. Sie funktioniert gut unter den verschiedensten Rahmenbedingungen und die zahlreichen Datensätze sind zugleich recht einfach zu berechnen. Im Management ist es üblich, Entscheidungen anhand von Hochrechnung künftiger geschäftlicher Messwerte zu treffen. Solche Hochrechnungen werden oft aus EMA-Datenmodellen abgeleitet. Zu den Beispielen für Voraussagen anhand des gleitenden Durchschnitts gehört beispielsweise auch die Betrachtung vorheriger Verkaufszahlen, die exponentiell geglättet werden, um eine Prognose für zukünftige Verkäufe zu treffen.

Ganz ähnlich nutzen Trader den EMA Indikator, um vorangegangene Kurswerte zu glätten und die Bestätigung eines Trends zu finden.

In unserer oben gezeigten Berechnung haben wir nur eine kleine Anzahl von vorangehenden Kurswerten berücksichtigt. Ein EMA wird umso präziser, je weiter Sie zurückgehen; im Idealfall legen Sie also sehr viel mehr zurückliegende EMA-Werte zugrunde. Jede etablierte Trading-Plattform, stellt Ihnen den Algorithmus für den exponentiellen gleitenden Durchschnitt zur Verfügung. Sie müssen sich daher keine Sorgen um die Komplexität der Berechnungen machen. Werfen wir also jetzt einen Blick darauf und wie der EMA-Indikator im MetaTrader angewendet wird.

Der EMA Indikator im MetaTrader

In der Handelsplattform MT4 und MetaTrader 5 ist der Exponential Moving Average Indikator als eines der Kerntools enthalten. Wie Sie auf der Abbildung sehen, ist der Moving-Average-Indikator im MetaTrader als einer der Trend-Indikatoren aufgeführt:

Bildquelle: MetaTrader 4, Juni 2018

Im Feld MA Methode können Sie die Art des gleitenden Durchschnitts auswählen, welcher dann dem Chart hinzugefügt wird. Des Weiteren können Sie die Einstellungen Periode und Versatz für den EMA vornehmen. Die wichtigere der beiden Einstellungen ist der Zeitraum (Periode) des exponentiell gleitenden Durchschnitts. Je größer dieser gewählt wird, desto „glatter" die Linie des EMA Indikators im Chart. Je kürzer der Zeitraum gewählt wird, desto stärker reagiert die EMA-Linie auf den Kurs. Typische EMA Einstellungen sind 10 und 25 Zeiträume für schnellere und reaktionsstärkere Darstellungen, 100 und 200 Zeiträume für sehr angepasste und sich langsam bewegende Linien und 50 Zeiträume für eine mittlere Kurve. Auf welchen Zeitraum die Berechnung erfolgt, wird natürlich auch vom Zeitrahmen Ihres Charts bestimmt. Auch stehen Ihnen weitere grafische Einstellungen zur Verfügung.

In der Versatz-Einstellung legen Sie fest, wie stark die EMA-Kurve entlang der x-Achse ausgeglichen wird. Der Standardwert von 0 für die Versatz-Einstellung ist ein guter Ausgangspunkt.

Die folgende Abbildung zeigt einen EMA-Indikator über 16 Zeiträume, der in ein stündliches EUR/USD Chart eingefügt wird:

EURUSD Chart EMA

Bildquelle: MetaTrader 4, Kursdaten von Admiral Markets, stündliches EUR/USD-Chart, 21. November 2017 bis 28. November 2017

Der EMA-Indikator erscheint als gestrichelte grüne Linie mit den gewählten Einstellungen. Sehen Sie, dass die Linien des EMA-Indikator angepasster verläuft als die zugrunde liegenden Kursbewegungen? Sie zeigt immer noch die allgemeine Marktbewegung an, aber blendet kurzfristige Kursbewegung wirkungsvoll aus und gibt uns ein klareres Bild des übergeordneten Trends.

Die Verlaufskurve des EMA-Indikators führt uns damit auch zum Trend. Beachten Sie, dass wir nach den Kurseinbrüchen oberhalb der EMA-Linie einen anhaltenden Aufwärtstrend sehen. Das ist einer der zentralen Aspekte beim EMA Trading - eine Kursüberschreitung oberhalb des EMA könnte ein mögliches Trading Signal darstellen.

Eine Trading Strategie mit dem EMA Indikator

Sie können auch zwei Werte des exponentiell gleitenden Durchschnitts für Ihr Trading nutzen. Beim EMA-Trading achten Sie auf die Kreuzungspunkte der beiden Linien. Eine Linie steht für einen kurzfristigen und eine für einen langfristigen exponentiell gleitenden Durchschnitt.

Diese Strategie des exponentiell gleitenden Durchschnitts erzeugt ein Trading Signal, wenn der kürzere EMA den längeren kreuzt. Für einen langfristig orientierten Trader könnte das beispielsweise wie folgt aussehen:

  • ein 25-Tage-EMA als kürzeren Durchschnitt
  • ein 100-Tage-EMA als die langfristige Linie

Bei dieser Strategie des Exponential Moving Average würde sich ein Buy-Signal ergeben, wenn der 25-Tage-EMA den 100-Tage-EMA nach oben hin kreuzt. Für einen Verkauf würde man sich entscheiden, wenn der 25-Tage-EMA den 100-Tage-EMA nach unten hin durchquert.

Verwendung des Exponential Moving Average mit anderen Indikatoren

Für den gleitenden Durchschnitt gibt es mehr als nur eine Verwendung. Tatsächlich wird er häufig mit anderen Indikatoren kombiniert, um ein sicheres Tradingsystem zu schaffen. Eine typische Verwendung kann zum Beispiel die als Trendfilter sein, um eine Durchbruchstrategie zu erzeugen. Ein Durchbruchsystem aus einem trendfolgenden Bollinger-Bänder-System und einem exponentiell gleitenden Durchschnitt könnte wie folgt aussehen. Die Bollinger-Bänder stellen eine Volatilitäts-Linie oberhalb und unterhalb des Kurses in einem Chart dar und würden als Signalgeber genutzt werden. Durchbricht der Kurs eine der Linien, kann das als Trading-Signal in diese Richtung aufgefasst werden, aber nur wenn unsere Trendfilter, nämlich die kurzfristige und die langfristige EMA Linie, mit der Richtung übereinstimmen.

Ein Kaufsignal könnte vorliegen, wenn es zum Durchbruch des oberen Bollinger-Bands kommt und der kurzfristige EMA oberhalb des langfristigen EMA liegt. Umgekehrt müsste es zum Durchbruch des unteren Bollinger-Bands kommen und der kurzfristige EMA unterhalb des langfristigen EMA liegen, um ein Verkaufssignal zu erzeugen.

Es gibt viele weitere Kombinationen, die bereits zum Einsatz kommen oder noch vorstellbar sind. Je größer die Auswahl der Ihnen zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, desto größer wird die Bandbreite für mögliche Trades. Die exklusive MetaTrader Supreme Edition ist ein Plugin für den MT4 und MT5, das Ihnen eine gewaltige Bandbreite an Indikatoren und Trading-Tools bietet. Der Download ist kostenlos, also probieren Sie dieses Upgrade doch einfach mal aus!

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Zusammenfassung: Was besagt der Exponential Moving Average?

Wir haben nun gesehen, wie Sie mit Hilfe des exponentiell gleitenden Durchschnitts Kursschwankungen glätten können. Dieser Indikator ist nicht nur hilfreich bei der Trendbestätigung, sondern kann Ihnen auch helfen, ein mögliches Signal zum Verkauf zu finden, wie Sie bei der Strategie des MT4-EMA-Überkreuzindikators gesehen haben.

Wie bei allen gleitenden Durchschnitten sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein EMA mit Verzögerung reagiert. Er verwendet zurückliegende Zahlen was dazu führt, dass der Kurs immer schon in Bewegung ist, ehe der EMA sich in Gang setzt. Allgemein gesagt reagiert ein EMA Indikator schneller auf neuere Daten als der SMA Indikator, denn er legt ein größeres Gewicht auf aktuellere Kurse.

Wir hoffen, dass dieser Beitrag über das Trading mit dem Exponential Moving Average Ihrem Verständnis über die Funktionsweise und Anwendbarkeit des Indikators zuträglich war.

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