Die Grundlagen des Price Action Trading

Price Action Trading

Die Analyse der Märkte anhand der sogenannten Price Action ist in den USA ein weit verbreitetes Konzept. Es ist einfach in der Handhabung und man benötigt nur den Kursverlauf des Basiswertes (Underlyings).

Doch was ist eigentlich Price Action?

Der englische Begriff Price Action beschreibt ganz einfach Kursbewegungen – also alle Bewegungen, die auf einem Chart in Form von Schwankungen dargestellt werden. Oft wird der Begriff im Zusammenhang mit der technischen Analyse verwendet.

Davon abgeleitet bezeichnet das Price Action Trading den Prozess der Marktbeobachtung, bei dem versucht wird, auf der Grundlage unmittelbarer Preisbewegungen die zukünftige Preisentwicklung zu antizipieren. Dabei wird auf den Einsatz von technischen Indikatoren verzichtet, da diese auch nur die zurückliegende Price Action in einer anderen Form abbilden.

Eine gute Möglichkeit, die Märkte zu beobachten und sich ohne Risiken mit ihren Funktionsweisen vertraut zu machen, bietet ein kostenloses Demokonto. Aber auch erfahrene Trader sollten neue Strategien und Indikatoren stets mithilfe eines solchen Kontos auf Ihre Kompatibilität mit dem eigenen Tradingstil testen.

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Der technisch orientierte Trader sieht den Kurs nicht als einen Effekt des Marktes, sondern als den Grund für Bewegungen an. Darüber hinaus nimmt er es als gegeben hin, dass eine bestimmte Price Action einen absolut messbaren wirtschaftlichen Effekt auf eine bekannte Gruppe von Positionshaltern hat. Ein Trader wird sich immer fragen müssen: Wie reagiert die Gruppe der Positionshalter (längerfristige Trader oder Investoren) am Markt? Beim Price Action Trading wird versucht, diese Frage wird mithilfe der Kursbewegungen zu lösen, da sie Informationen darüber liefern, wie die Positionshalter am Markt reagieren.

Die Geschichte des Price Action Trading

Die Anfänge des Price Action Tradings können bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Zu diesem Zeitpunkt entstand das sogenannte „Tape Reading". Unter dem Pseudonym „Rollo Tape" veröffentlichte Richard D. Wyckoff sein Werk "Studies in Tape Reading" zu diesem Thema. Spätere Ausführungen von Toby Crabel und den Autoren Edwards & Magee werden ebenfalls mit dem Price Action Trading in Verbindung gebracht.

Eine andere Erläuterung der Price Action Analyse und des Price Action Tradings führt jedoch in das ferne Japan des 18. Jahrhunderts. Damals entwickelte der Reishändler Munehisa Homma die Candlestick Charts. Die Candlesticks dienen der optischen Aufbereitung der Price Action innerhalb einer bestimmten Periode und ermöglichen durch die Formation des Charts Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung. Dies kann als die visuelle Grundlage für das Price Action Trading betrachtet werden.

Unabhängig davon, wem man diese Entwicklung zuschreibt oder davon, ob Sie als Trader Candlestick- oder Bar-Charts zur Kursdarstellung gewählt haben – wichtig ist es, den Kurs ungefiltert darzustellen. Welche Instrumente (z.B. Rohstoffe, Aktien oder Devisen) Sie dabei handeln ist unerheblich. Dennoch möchten wir hier auf ein paar beliebte Märkte speziell eingehen.

Beliebte Märkte für das Price Action Trading

Alle beliebten Märkte für das Price Action Trading zeichnen sich durch eine hohe Liquidität aus. Als liquidester Markt der Welt ist der Forex Markt daher der Vorreiter. Hier sind die wichtigen Währungspaarungen EUR/USD, EUR/GBP, USD/JPY, USD/CAD, GBP/USD und AUD/USD zu nennen. Gleich darauf folgen in der Beliebtheit der Trader die großen Aktienindizes wie der S&P500 Index, der Dow Jones Industrial Average Index, der DAX 30, der CAC40, der FTSE100 und der Nikkei225. Auch die Rohstoffmärkte sind äußerst beliebt, hier sind stellvertretend Öl, Gold, Kaffee, Kakao und Weizen zu nennen.

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Aktien hingegen sollten nur in großen Zeiteinheiten mittels Price Action analysiert werden (mit einer Periodeneinstellung pro Bar von einer Woche und höher). Erst dann ist über die Volatilität und ihre Liquidität eine verwertbare Aussage zu treffen. Ausnahmen bilden hierbei die Blue-Chip-Aktien wie Alphabet, Amazon, Microsoft etc., die an normalen Handelstagen an der Wall Street ebenfalls über die entsprechende Liquidität verfügen.

Von den Aktien einmal abgesehen wird die Price Action klassischerweise auf Tages-Bar-Charts angewandt. Ein Intraday-Einsatz, wie ihn Daytrader präferieren (z.B. im 4h,1h, 30min und 15min Chart) birgt stets das Risiko von vermehrten Fehlsignalen. Achten Sie daher im Sinne eines erfolgreichen Tradings auf den richtigen Einsatz der Instrumentarien.

Hilfsmittel für das Price Action Trading

Die Price Action ist für puristische Trader an sich schon ausreichend und sie verzichten auf weitere Hilfsmittel. Viele Trader nutzen jedoch auch andere Instrumente und verwenden dabei die umfangreichen Möglichkeiten im MetaTrader.

Hierbei bieten sich für den Trader folgende Indikatoren/ Hilfsmittel an:

  1. Pivot Points
  2. Fibonacci Retracements
  3. Elliott Wellen
  4. Awesome Oszillator

Die natürlichen Pivot Punkte, auch bekannt als Orientierungspunkte, stellen hierbei die markanten Hoch und Tiefpunkte aus dem letzten Handelstag (oder einer anderen Periode) dar. Die errechneten Pivot Punkte sind mittlerweile sehr beliebt und werden vielseitig eingesetzt. Beim Price Action Trading werden die Pivot Punkte zur Identifikation von wichtigen Regionen herangezogen, bei denen es zu Umkehrsignalen in Form eines Umkehrstabes kommen kann.

Für die bekannten Fibonacci Retracements gilt dies ebenso. Sie unterstützen den Trader dabei, sichtbare Kursbewegungen und deren möglichen Ziele im Chartbild besser einschätzen zu können.

Eine weitere Kombinationsmöglichkeit bietet die Elliott-Wellen-Theorie, auf diese Möglichkeit werden wir aber in einem weiteren Artikel eingehen.

Bevor wir auf die Kombination mit dem Awesome Ozillator eingehen, wollten wir noch die einfache Price Action Strategie des klassischen Umkehrstabs beleuchten.

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Einfache Price Action Strategie

Eine sehr einfache Strategie im Price Action Trading, welche ohne weitere Hilfsmittel neben dem Chartverlauf angewendet werden kann, bietet der klassische Umkehrstab (Upthrust). Das klassische Umkehrstab-Pattern nach Toby Crabel definiert sich wie folgt:

  1. Der Schlusskurs muss unterhalb des Schlusskurses der vorherigen zwei Tage liegen
  2. Der Schlusskurs liegt unter dem Pivot Punkte Hoch
  3. Der Schlusskurs muss kleiner als der Eröffnungskurs sein und unter der Range des Tages liegen
  4. Die Range des Upthrusts ist größer als die des Vortages

Der klassische Umkehrstab

Quelle: MetaTrader 5, Juli 2015 - April 2016

Das zweite Beispiel widmet sich dem Spring Umkehrstab Pattern und ist durch folgende Bedingungen charakterisiert:

  1. Der Schlusskurs liegt oberhalb des Schlusskurses der vorherigen zwei Tage
  2. Der Schlusskurs liegt oberhalb des Pivot Point Tiefs
  3. Der Schlusskurs muss größer als der Eröffnungskurs sein und oberhalb der Tagesrange liegen
  4. Die Range des Springs ist größer als die des Vortages

Auch dazu haben wir für Sie einen Beispielchart implementiert. Sie sehen hier den DAX30 CFD:

Der Spring Umkehrstab

Quelle: MetaTrader 5, Juli 2015 - April 2016

Das Umkehrstab Pattern kann aus einem oder auch aus zwei Bars bestehen. Dabei ist es das Trading Setup selbst, das das Muster sehr simpel hält.

Der Einstieg erfolgt zum Schluss des Musters. Dabei hat sich in den Untersuchungen von Toby Crabel gezeigt, dass die optimale Haltedauer für diese Formation drei Tage beträgt und der Stop Loss unter bzw. über dem Tief/Hoch des Umkehrstabes liegt. Ein Ausstieg erfolgt immer erst zum Schluss des dritten Bars, das auf das Pattern folgt.

Wichtig bei dieser Strategie ist folgende Bedingung: Wenn der Kurs nach der Ausbildung eines Umkehrstabes unter die Midrange des Patterns fällt bzw. steigt, nimmt die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn rapide ab. Die Position sollte dann entweder der neuen Lage angepasst oder sogar ganz aufgelöst werden.

Eine andere Herangehensweise wäre es, an den darauffolgenden Tagen Intraday auf Flaggen-Formationen zu achten und diese in die durch das Pattern angezeigte Richtung zu handeln. Das reduziert Ihr Anfangsrisiko und bietet die Möglichkeit einer Pyramidisierung der Position im Gewinn.

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Die Kombination mit dem Awesome Oszillator

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Price Action mit einem Indikator oder Oszillator zu kombinieren. Hierbei hat sich vor allem der Awesome Oszillator bewährt. Mit dessen Hilfe wird das Momentum gemessen und das Ergebnis entsprechend visualisiert. Sie kennen dies womöglich schon vom MACD Indikator, wo ebenso auf Divergenzen wie auf Konvergenzen geachtet wird.

Entwickelt wurde der Awesome Oszillator übrigens von Bill Williams, der auch Indikatoren wie den Alligator Indikator erfunden hat.

Zur Berechnung des Awesome Oszillators werden zwei Simple Moving Averages (ein kurzer und ein langer) verwendet. Bei der Standardeinstellung des Oszillators wird von dem kurzlaufenden gleitenden Durchschnitt fünf Perioden SMA und beim langlaufenden gleitenden Durchschschnitt 34 Perioden SMA subtrahiert. Damit wird die Marktdynamik gemessen, wodurch der Trader, der diesen Oszillator verwendet, den Markt besser einschätzen kann.

Neben der Messung der Marktdynamik generiert der Oszillator auch selbst Kauf- und Verkaufssignale. Die bekanntesten Kauf-/Verkaufssignale sind:

  • Die Untertasse
  • Das Kreuzen der Nulllinie
  • Zwei-Gipfel-Formation

Alle drei Formationen lassen sich deutlich im Oszillator erkennen, was die Anwendung des Awesome Oszillator sehr einfach und praktikabel gestaltet.

Abschließendes

Das Price Action Trading können Sie sehr gut nutzen, wenn Sie Bar Charts nutzen. Bei einer Anwendung auf Candlestick-Formationen, Positionssysteme, Wellen oder Tick-Strategien, wird ein sehr sicherer Umgang mit der Price Action vorausgesetzt. Die Price Action Strategie ist für Trader geeignet, die an den Standard-Indikatoren und an Marktanalysen kein Gefallen finden. Mit der richtigen Erfahrung und etwas Übung ist das Price Action Trading eine interessante Strategie für Ihr Trading.

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