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Was ist ein Leerverkauf?

Lesezeit: 14 Minuten

Wie funktionieren Leerverkäufe?

Es ist der Wunsch eines jeden Traders, erfolgreich zu handeln. Egal, ob sich die Kurse gerade aufwärts bewegen oder auf den Kurstafeln ein rotes Vorzeichen steht. Die Märkte sind stets in Bewegung und Trader wollen diese Schwankungen für sich nutzen. Um von steigenden Kursen zu profitieren, tätigen sie einen Kauf und hoffen, zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Doch wie können sie Gewinne realisieren, wenn die Werte fallen? Eine Möglichkeit ist es, Leerverkäufe (Short Selling) zu tätigen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was ein Leerverkauf ist, wie man einen tätigt, welche Risiken er birgt und welche Alternativen es gibt.

Was sind Leerverkäufe?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns zunächst einmal die Funktionsweise eines Trades an. Egal, welches Produkt Sie handeln möchten und welches Ziel Sie damit verfolgen - ein Trade beginnt immer mit der Platzierung einer Order. Die Order findet durch Weitergabe über den Broker ihren Weg ins Orderbuch. Für eine Orderausführung und damit eine Abwicklung des Auftrags muss es jedoch immer auch eine Gegenseite geben.

Der jeweilige Handelspartner ist dazu bereit, das Geschäft zu den vorgegebenen Kursen zu tätigen. Es gibt also zu jedem ausgeführten Trade immer einen Käufer und einen Verkäufer. Allerdings gibt uns dieser Sachverhalt kein Aufschluss darüber, welches Ziel die jeweilige Seite verfolgt.

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Fest steht: Der Käufer bekommt die erworbenen Wertpapiere in sein Konto gebucht, wohingegen beim Verkäufer nach dem Geschäft zwei verschiedene Resultate vorliegen können:

  1. Er hat eine Bestandsposition zur Gewinnmitnahme oder aus Gründen der Risikominimierung veräußert.
  2. In Erwartung auf fallende Kurse hat er ein Handelsszenario entworfen, mit dem er das Ziel verfolgt, von den Kursverlusten zu profitieren. Dazu hat er die Möglichkeit, einen Leerverkauf zu tätigen.

Wie läuft ein Leerverkauf ab?

Ziehen wir zur Beantwortung dieser Frage ein praktisches Beispiel heran: Aus den Nachrichten haben Sie als Trader erfahren, dass die Deutsche Post aufgrund schlechter Geschäfte eine Gewinnwarnung herausgegeben hat. Deshalb gehen Sie davon aus, dass Sie die Aktien des Unternehmens in naher Zukunft wahrscheinlich zu einem günstigeren Kurs erwerben könnten als zum jetzigen Zeitpunkt.

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Jedoch wollen Sie nicht warten, bis die Aktie nach einem Kursrückgang wieder beginnt zu steigen, um dann von den Kurszuwächsen zu profitieren, sondern Sie wollen bereits mit dem Kursrückgang Gewinne erwirtschaften. Dazu verkaufen Sie im ersten Schritt 100 Aktien der Deutschen Post, ohne diese in Ihrem Depot zu haben. Das Geschäft ist nur möglich, da Ihnen Ihr Broker die entsprechende Anzahl an Aktien zum Verkauf leiht.

Mit diesem Vorgang profitieren Sie nun direkt von jedem weiteren Kursrückgang. Allerdings stehen Sie bei Ihrem Broker ab diesem Zeitpunkt in der Pflicht, Ihre „negative" Position zu einem späteren Zeitpunkt durch einen Kauf der entsprechenden Stückzahl wieder auszugleichen. Dieser Ausgleich ist der zweite Schritt in Ihrem Trade und schließt den Vorgang ab.

Weshalb findet Short Selling statt?

Bei der Ausarbeitung von Handelsszenarien werden immer auch die Ausstiegsbedingungen geplant. Bei einem Trade auf steigende Kurse gehen wir stets davon aus, dass sich zu einem späteren Zeitpunkt Händler finden, die uns unsere Long-Position zu einem höheren Kurs abkaufen. Als Leerverkäufer (oder Short Seller) gehen wir die Planung des Handelssetups indes von der anderen Seite an. Der Grund für Leerverkäufe basiert auf der Annahme, dass wir mit einem Szenario für fallende Kurse davon ausgehen, zu einem späteren Zeitpunkt Händler zu finden, die uns ihre Wertpapiere zu einem niedrigeren Kurs verkaufen.

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Was sind ungedeckte Leerverkäufe?

Rein technisch gesehen gehen wir mit jedem Leerverkauf die Verpflichtung ein, die Position später durch einen Kauf zu schließen. Im Hintergrund dieses Geschäfts gibt es allerdings zwei Möglichkeiten.

  1. Im Falle eines gedeckten Leerverkaufs leiht der Broker dem Trader die entsprechende Anzahl an Aktien für den Leerverkauf aus seinem Bestand. In diesem Fall muss der Händler die Aktien zwar auch irgendwann zurückkaufen, doch er weiß im Vorfeld genau, dass er diese zum Kauf von seinem Broker angeboten bekommt.
  2. Bei der Eröffnung einer ungedeckten Short-Position muss der Händler seine Position über die Börse beziehungsweise den außerbörslichen Handel zurückkaufen. Bei dieser Art des Leerverkaufs besteht also neben dem Kursrisiko die Gefahr – sei es aufgrund einer Handelsaussetzung oder durch fehlende Verkäufer –, dass der Trader keine Aktien zur Schließung der Position erwerben kann. Aufgrund dieses Risikos sind in Deutschland ungedeckte Leerverkäufe verboten.

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Wie sind Leerverkäufe in Deutschland reguliert?

Im Zusammenhang mit Short Selling wird in der Regel über den Handel mit Aktien gesprochen. Theoretisch wäre es möglich, für jede Aktie eine entsprechende Short-Position aufzubauen. In der Praxis allerdings gibt es zum Schutz von Broker und Kunden klare Anweisungen der Regulierungsbehörden.

In Deutschland kann die BaFin zum Beispiel Leerverkäufe von inländischen Aktien untersagen, wenn dadurch eine erhebliche Marktstörung droht. Konkret gilt in Deutschland:

  • Hält ein Unternehmen oder eine Person mehr Short- als Long-Positionen, spricht man von einer Netto-Leerverkaufsposition.
  • Erreicht oder übersteigt der Anteil der Netto-Leerverkaufspositionen 0,2% des ausgegebenen Aktienkapitals, muss dies der zuständigen Behörde bis 15.30 Uhr des nächsten Handelstags gemeldet werden.
  • Werden 0,5% oder mehr erreicht, werden die Leerverkaufspositionen im Bundesanzeiger veröffentlicht.

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In den USA gibt es unter anderem die Regelung, dass nur Aktien zum Leerverkauf freigegeben werden dürfen,

  • die bei Long-Positionen auch unter Nutzung einer Margin gekauft werden können.
  • deren Kurs über 5 US-Dollar notiert oder deren Börsengang mehr als 30 Tage her ist.

Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Aktie zum Leerverkauf freigegeben ist, erfahren Sie im Normalfall von Ihrem Broker. Er stellt Ihnen diese Information online auf seiner Internetseite oder auf einer Handelsplattform wie MetaTrader 5 zur Verfügung.

Welchen Einfluss haben Leerverkäufe auf die Märkte?

Der Aufbau von Short-Positionen durch Leerverkäufe kann gerade in Zeiten fallender Kurse an den Kapitalmärkten sehr lukrativ sein. Durch das gestiegene Handelsvolumen an den Märkten und die damit einhergehende höhere Anzahl von leerverkaufsfähigen Aktien hat auch das Volumen der Leerverkäufe zugenommen.

Zwar stehen Short Seller immer mal wieder in der Kritik, sie würden durch ihr rigoroses Vorgehen den Börsen beziehungsweise einzelnen Unternehmen schaden, weil sie die Kurse ins Bodenlose stürzen ließen, doch lässt sich dazu kein pauschales Urteil fällen. Leerverkäufe können bestehende Abwärtstrends zwar beschleunigen oder ausweiten. Doch es gibt wenig belastbare Anzeichen dafür, dass Unternehmensanteile nur durch Short Selling zu fallen beginnen.

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In den meisten Fällen gab es vor den Kursverlusten schlechte Unternehmensnachrichten, die der initiale Auslöser für den Rückgang des Unternehmenswerts waren. Somit unterstützen Leerverkäufer durch ihren Handel auch einen Abbau von übertriebenen Unternehmensbewertungen. Neben dieser bereinigenden Wirkung hat diese Strategie zwei weitere Auswirkungen:

  1. Short Seller tragen mit ihren Aufträgen in einer Zeit, in der es aufgrund des fehlenden Kaufinteresses zu einem spürbaren Rückgang der Liquidität kommt, zur Erhöhung der Liquidität an den Handelsplätzen bei.
  2. Leerverkäufer sorgen mit ihrer Aktivität häufig auch für die ein oder andere Kursexplosion nach oben. Denn wenn sie anfangen, sich mit Short-Positionen einzudecken, dann sind sie mit ihren Eindeckungskäufen oft dafür verantwortlich, dass es zu einem massiven Anstieg der Nachfrage und einem sogenannten Short-Squeeze kommt.

Als Resümee lässt sich festhalten, dass Leerverkäufer den Kursverfall von Wertpapieren beschleunigen können, allerdings nur über einen beschränkten Zeitraum und in der Regel nicht als initialer Auslöser. Sie können in Abwärtstrends für eine Zunahme der Liquidität und durch ihre Eindeckungskäufe sogar für den Beginn neuer Kurssteigerungen sorgen.

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Die besten Aktien für einen Leerverkauf

Natürlich kann niemand die Zukunft vorhersagen. Aber es gibt einige Situationen, in denen es vorteilhaft ist, Leerverkäufe zu tätigen. Nachfolgend drei Szenarien, für die das zutrifft:

  1. Finanzmarktcrash: Erinnern Sie sich noch an die Finanzmarktcrashs in den Jahren 2008 und 2000? Auch wenn solche Zusammenbrüche nicht allzu häufig passieren, lohnt es sich doch, darauf vorbereitet zu sein und davon zu profitieren.
  2. Unternehmensskandal: Dieses Szenario ereignet sich öfter als ein Finanzmarktcrash. Ein gutes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart) ist der Abgasskandal in der deutschen Autoindustrie.
  3. Verfehlte Unternehmensziele: Unternehmen und Konzerne veröffentlichen vierteljährlich ihre Quartalsberichte. Vorher schätzen Analysten ein, wie sich Kennziffern wie Betriebseinnahmen und Gewinn pro Aktie entwickeln werden. Verpasst das Unternehmen diese Schätzungen, stoßen manche Anleger ihre Aktien ab und eröffnen Short-Positionen. Mehren sich die schlechten Berichte, könnte sich die Firma in einem Abwärtstrend befinden.

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Risiken bei Leerverkäufen von Aktien

Den Chancen, mit einem Leerverkauf von fallenden Kursen zu profitieren, stehen wie bei jedem anderen Geschäft auch Risiken gegenüber. Während Sie bei einem Long-Trade im schlechtesten Fall Ihren Kapitaleinsatz riskieren (ein Aktienkurs kann ohne Anwendung eines Stop Loss bis auf 0 fallen), ist das Verlustrisiko bei einer Short-Positionierung nicht kalkulierbar, denn die Kurssteigerungen eines Unternehmens sind nach oben hin unbegrenzt - und damit auch das Verlustrisiko des Leerverkäufers.

Des Weiteren besteht für den Inhaber der Short-Position das sogenannte Lieferrisiko. Da Leerverkäufe auf einem Leihgeschäft basieren, besteht die Pflicht, die geliehenen Aktien irgendwann zurückzukaufen. Stehen nun nicht genügend Aktien zum Kauf zur Verfügung oder die gewünschte Aktie ist vom Handel ausgesetzt, steht der Händler vor einem großen Problem. Denn seiner Pflicht zur Lieferung der geliehenen Aktien kann er im schlimmsten Fall nicht nachkommen.

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Ein sehr prominentes Beispiel ist der Short-Squeeze der VW-Aktie im Oktober 2008. In den Tagen vor dem 27. Oktober hatten Leerverkäufer ihre Short-Positionen auf Aktien des Unternehmens ausgeweitet. Sie gingen von weiter fallenden Kursen aus. Allerdings wurde diese Rechnung ohne Porsche gemacht. Denn das Unternehmen plante, seine bereits von 35 auf über 42 Prozent aufgestockte Beteiligung an VW über Optionen um weitere gut 31,5 Prozent auszubauen.

Diese ungeplante Nachricht brachte die Leerverkäufer in eine denkbar schlechte Situation. Denn zum einen sorgte das Vorhaben einer geplanten Aufstockung der Beteiligungen in dieser Größenordnung für eine hohe Nachfrage auf der Käuferseite, was für sich genommen schon zu einem starken Kursanstieg führen kann. Hinzu kam der Umstand einer physischen Angebotsverknappung. Das einzudeckende Volumen der Leerverkäufer belief sich auf 12 Prozent der VW-Aktien. Dieses musste aus einem frei handelbaren Volumen von 6 Prozent der VW-Aktien gedeckt werden. Im Resultat dieser beiden Faktoren stieg der Aktienkurs zwischen dem 26. und 28. Oktober 2008 von 210 Euro auf gut 1.000 Euro in der Spitze.

Short Squeeze VW Aktien

Quelle: Wikipedia.org/Short_Squeeze

Ein Händler, der in diesem Umfeld eine spekulative Position von 100 Aktien schließen musste, hätte im schlimmsten Fall mit folgendem Resultat leben müssen:

Leerverkauf am 26.10.2008

100 Aktien

Verkaufskurs

210,00 Euro

Erlös

21.000,00 Euro

Eindeckung am 28.10.2008

100 Aktien

Kaufkurs

990,00 Euro

Aufwand

99.000,00 Euro

Verlust

78.000,00 Euro

An diesem realen Beispiel wird deutlich, dass es bei Leerverkäufen zu Situationen kommen kann, in denen selbst bei der Arbeit mit einem Stop Loss unvorstellbare Verluste entstehen können. Aus diesem Grund hat sich Admiral Markets dazu entschieden, auf das Angebot des physischen Leerverkaufs von Aktien im Interesse seiner Kunden zu verzichten.

Aktien- vs. CFD-Short: Welche Strategie passt zu mir?

Wenn sich bei einem Basiswert ein Trade auf fallendende Kurse anbietet, dann können Sie sowohl durch den Verkauf der Aktie als auch durch eine Short-Position in einem CFD von Kursrückgängen profitieren.

Das Kursverlustrisiko besteht bei beiden Handelsstrategien. Theoretisch ist dieses Risiko bekanntermaßen unbegrenzt hoch, da es für Kurssteigerungen keine Grenzen gibt. Beim Leerverkauf der Aktie müssen Sie dieses Risiko vollständig tragen. Im Gegensatz dazu bietet der Handel mit CFDs bei Admiral Markets den Vorteil, dass Ihre Verluste auf den Einsatz Ihres Kapitals begrenzt sind.

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Auch bezüglich des Eindeckungsrisikos ist der Handel von CFDs wesentlich entspannter. Während Sie sich bei einem echten Leerverkauf nämlich die entsprechenden Aktien mit der Pflicht zur Rückgabe von Ihrem Broker leihen, umgehen Sie diesen Sachverhalt mit einem CFD vollständig. Wie der Name Contract For Difference schon besagt, werden Sie nur an den Kursdifferenzen beteiligt.

Wenn Sie mittels CFDs von fallenden Kursen profitieren wollen, gibt es für Sie als Trader im Hintergrund kein Leihgeschäft. Somit kommen Sie auch nie in die Verlegenheit, die Gegenseite eines Geschäfts erfüllen zu müssen.

Neben dem niedrigeren Risiko profitieren Sie bei der Eröffnung einer CFD-Shortposition auch auf der Kostenseite. Denn bei einer Shortposition in Aktien müssen Sie dem Broker in aller Regel für die Wertpapierleihe eine (tägliche) Leihgebühr bezahlen, die deutlich über den Finanzierungskosten eines CFDs liegen.

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Admiral Markets stellt Ihnen für Ihr Trading eine große Auswahl an Handelsinstrumenten zur Verfügung. Sie haben die Wahl zwischen Konten für den CFD-Handel, mit dem Sie den Einsatz Ihres Kapitals durch die Nutzung eines Hebels optimieren können, und dem Kontomodell Admiral.Invest, mit dem Sie echte Aktien traden können.

Neben Aktien-CFDs können bei Admiral Markets auch CFDs auf folgende Produkte gehandelt werden:

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